Auto wichtiger als Freundin: 27-jähriger Scheibbser vor Gericht

27-Jähriger misshandelte und bedrohte Freundin: teilbedingte Haftstrafe.

Erstellt am 05. November 2021 | 04:10
Landesgericht Kreisgericht St. Pölten
Landesgericht St. Pölten
Foto: NOEN, http://www.justiz.gv.at/

Es war eine kurze Beziehung, aber sie war von massiver Gewalt geprägt: Ein 27-jähriger Scheibbser steht vor Gericht, weil er seine damalige Freundin über Monate hinweg verprügelt und bedroht haben soll.

Sie habe ihn provoziert, sie hätten sich gegenseitig nichts geschenkt, versucht er zu relativieren. Den Vorfall, den die damalige Freundin unter anderem vor Gericht erzählt, kann er jedoch nicht abschwächen. In einer Trennungsphase war er zum Haus ihres besten Freundes gefahren, hatte sie gebeten herauszukommen, um zu reden, und fing an sie zu beschimpfen und zu schlagen. Sie lag am Boden und er soll ihr den Kopf gegen den Asphalt geschlagen und hingetreten haben. „Ich trete dich, bis du tot bist“, soll er dabei geschrien haben. Dann riss er die Scheibenwischer und Seitenspiegel eines parkenden Autos ab und trat den Auspuff herunter. Er ergriff die Flucht, als der Vater des besten Freundes aus dem Haus kam. Er hatte Angst wegen dem Auto „faschiert“ zu werden – nicht weil er die Frau verprügelt hatte, sagt er auf Nachfrage der Richterin.

Übrigens alles Blödsinn, was seine Ex vor Gericht sagt, lacht er dann, keine Spur von Reue. Dass er das Auto beschädigt hat, tut ihm allerdings leid. Dass sie einen Bänderriss hatte, sei nicht seine Schuld gewesen, sie sei gestolpert. Er gibt aber zu, dass er ihr einmal die Nase gebrochen hat und sie öfter mit den Fäusten gegen den Körper und ins Gesicht schlug. So oft wie angeklagt - nämlich in über 30 Angriffen - , will er das allerdings nicht getan haben. Staatsanwalt und Richterin sind beide anderer Ansicht.

Die Richterin kommt zu dem Schluss, dass er sowohl die gebrochene Nase als auch den Bänderriss verschuldete. Sie verurteilt ihn auch wegen der Morddrohung und wegen Sachbeschädigung. Das rechtskräftige Urteil: 18 Monate Haft, vier davon unbedingt. Probezeit drei Jahre. Außerdem muss er 2.500 Euro an die Frau zahlen und 560 Euro an den Besitzer des Autos. Er bekommt ein Kontaktverbot zu der Frau und muss zum Anti-Aggressionstraining. Erschwerend: Die einschlägige Vorstrafe und der rasche Rückfall heben das teilweise Geständnis wieder auf.