Protest des Gesundheitspersonals: "Es ist fünf Minuten nach Zwölf!"

Auch im Landesklinikum Scheibbs versammelten sich am Mittwoch um fünf Minuten nach zwölf Uhr zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Protestkundgebung gegen die Arbeitsbedingungen und den Mitarbeiterengpass beim Gesundheitspersonal. Betriebsratvorsitzender Rudolf Zeller: "Ich hoffe, wir können damit die verantwortlichen Politiker wachrütteln. Es ist im Gesundheitsbereich schon lange fünf nach Zwölf! Da müssen endlich einige aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen!"

Erstellt am 10. November 2021 | 13:58

"Uns wurde in letzter Zeit viel versprochen, wir wurden beklatscht, aber nun ist es an der Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen. Die politischen Vertreter sind nun gefordert zu handeln, ansonsten wird unser Gesundheitssystem kollabieren", erklärte Zeller den rund 150 anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LK Scheibbs. 

Viele von ihnen waren auch in ihrer Freizeit zur Kundgebung gekommen. Die anderen kamen während der Arbeitszeit, wobei das Patientenwohl darunter nicht litt. "Das zeigt, wie wichtig dieses Anliegen ist", betonte Rudolf Zeller, der seit 30 Jahren als Betriebsrat im LK Scheibbs tätig ist. So eine fordernde Zeit für das Gesundheitspersonal hätte er aber noch nie erlebt. "Die Leute sind an ihrer Belastungsgrenze angelangt und am Limit ihrer Kräfte - oft sogar schon darüber. Viele wollen die Kollegenschaft jetzt nicht im Stich lassen, aber wenn es keine Aussicht auf Besserung gibt, dann werden sie nach der Krise wohl den Gesundheitsberuf verlassen", ist Zeller überzeugt.

Die Forderungen sind klar: eine Verbesserung und Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitssystem. Einerseits durch mehr Personal, andererseits durch einen leichteren Zugang zur Ausbildung und durch eine bessere Entlohnung. "Die aktuellen Zustände sind nicht mehr tragbar", sagt Zeller.