5.400 Hektar gehen an Prinzhorn Gruppe. Die Rothschilds verkauften um kolportierte 90 Millionen Euro riesige Ländereien in Langau an die Prinzhorn Gruppe.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 30. Januar 2018 (07:40)
Miriam Seidl
5.400 Hektar Grund, darunter auch große Flächen der Katastralgemeinde Langau, wechseln den Besitzer.

Die Gerüchteküche brodelte schon seit eineinhalb Jahren. Jetzt ist es Gewissheit: Die Rothschilds haben eines der größten und besten Jagdgebiete Österreichs, die 5.400 Hektar große Forstwirtschaft Neuhaus bei Gaming, verkauft.

Wurde lange Zeit spekuliert, an wen die in den USA lebenden Geschwister Geoffrey R. Hoguet und Nancy Clarice Tilgham – Kinder von Gwendoline Hoguet, einer geborenen Rothschild – verkaufen werden, so waren zuletzt nur mehr zwei Anbieter für den Großgrundbesitz im Rennen.

Zum einen die Prinzhorn Holding des Papierindustriellen Thomas Prinzhorn, von 2000 bis 2002 auch Präsident des Nationalrates für die FPÖ, und zum anderen der Zillertaler Unternehmer Heinz Schultz, dessen Schultz-Gruppe eine der größten Seilbahnbetreiber und Wintertourismusanbieter Österreichs ist.

Prinzhorn Gruppe bestätigte Kauf

Der Zuschlag ging schlussendlich um laut Wirtschaftsmagazin „Trend“ kolportierte 90 Millionen Euro an die Prinzhorn Gruppe. Diese bestätigte den Kauf auch in der Vorwoche.

„Die Prinzhorn Holding GmbH wird durch ihre Tochtergesellschaft, die Forstverwaltung Neuhaus GmbH, mit 1. Februar die gesamten Vermögenswerte und die zehn Mitarbeiter der Forstverwaltung Neuhaus-Alpl übernehmen“, heißt es in einer Presseaussendung der Prinzhorn Holding GmbH.

Forstmeister Johannes Doppler von der Forstverwaltung Langau, der für die Familie Rothschild seit Jahren die Geschehnisse vor Ort lenkt, bestätigte gegenüber der NÖN grundsätzlich den Deal. Über Kaufpreis und nähere Details wollte er aber vorerst noch keine Auskunft geben.

30 Immobilien und 1,5 Millionen Festmeter Holz

Die von der Prinzhorn Gruppe erworbenen Vermögenswerte umfassen 5.400 Hektar in der Katastralgemeinde Langau inklusive aller 30 Immobilien, darunter auch ein Jagdschloss und exquisite Jagdhütten, dem Forst mit rund 1,5 Millionen Festmeter Holzvorrat in gut erschlossenem Gelände und den beiden Wasserkraftwerken sowie dem Stromnetz für die Liegenschaften in Neuhaus und Holzhüttenboden. Alle bestehenden Verträge für Vermietung und Verpachtung werden dabei eins zu eins übernommen.

„Rothwald“ nicht Teil der Transaktion

Inkludiert in das Kaufpaket sind die Jagdreviere Neuhaus (2.029 Hektar), Holzhüttenboden (2.147 Hektar) und das Alpl (1.274 Hektar) mit rund 500 Stück Rot-, Reh-, Gams- und Auerwild sowie das 216 Hektar große Naturwaldreservat „Hinterer Oiswald“, das als Teil des Natura 2000-Netzwerkes zum Schutz von Arten und Lebensraum sowie zur Förderung der Artenvielfalt dient. Nicht Teil der Transaktion ist der „Rothwald“, der letzte Urwald Europas am zehn Kilometer entfernten Dürren stein.

„Wir sind ein Familienunternehmen und haben eine langfristige und nachhaltige Sicht auf unsere Entwicklung. Ein Forstunternehmen wie dieses ist mit unserer Wertschöpfungskette über die Naturfaser Holz sehr verbunden und passt kulturell gut zu unserer Gruppe“, erklärt Cord Prinzhorn, CEO der Prinzhorn Gruppe und Geschäftsführer der Forstverwaltung Neuhaus GmbH.