AMS Scheibbs: Chance gesehen, Chance ergriffen

22 Langzeitarbeitslose hat das AMS Scheibbs heuer schon erfolgreich vermittelt.

Erstellt am 14. Juli 2021 | 04:23
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AMS-Geschäftsstellenleiter Sepp Musil im Gespräch mit den Geschäftsführerinnen des Hotels und Veranstaltungszentrums Kartause Gaming Birgit Rigler (links) und Cornelia Daurer.
Foto: Eplinger, Eplinger

81 Langzeitarbeitlose, die seit mehr als zwölf Monaten keinen Job haben, zählt das Arbeitsmarktservice Scheibbs (AMS) Ende Juni. Die 36-jährige Silvia B. (Name geändert) würde vermutlich auch zu dieser Gruppe gehören, hätte sie vor einigen Wochen die Chance, die sich ihr im Hotel der Kartause Gaming aufgetan hatte, nicht ergriffen.

„Wir haben über den e-Job room die Stelle einer Reinigungskraft bei uns im Hotel ausgeschrieben. Das AMS hat uns acht Kandidaten genannt und ich habe zum Telefon gegriffen. Silvia zeigte Interesse und kam zum Vorstellungsgespräch. Nach Rücksprache mit dem AMS haben wir eine zweiwöchige Arbeitserprobung vereinbart. Jetzt ist sie fünf Wochen bei uns, und es passt alles. Wir haben sie inzwischen übernommen“, schildert Cornelia Daurer, Geschäftsführerin des Hotels und Veranstaltungszentrums Kartause Gaming.

Natürlich sei es hilfreich, dass das AMS diese Wiedereingliederung auch mit einem Lohnzuschuss fördert, ergänzt Co-Geschäftsführerin Birgit Rigler. Aber das Wichtigste sei, dass die Leistung passt – und die passt. „Sie hat noch keinen einzigen Tag gefehlt und fügt sich sehr gut ins Team“, sagt Rigler.

„Wir müssen die Leute so nehmen, wie sie sind und das Beste versuchen. “ Cornelia Daurer

Wichtig sei, dass man den Menschen wertfrei entgegenkommt, ist Daurer überzeugt. „Wir müssen die Leute so nehmen, wie sie sind und das Beste versuchen. Ob es klappt, liegt dann an den Einzelnen selbst. Aber für viele kann ein fixer Job die Wende oder ein Neustart sein“, sagt Daurer.

„Unser Auftrag ist, Unternehmen und Jobsuchende zusammenzubringen. “ Sepp Musil

Davon ist auch AMS-Geschäftsstellenleiter Sepp Musil überzeugt. „Unser Auftrag ist, Unternehmen und Jobsuchende zusammenzubringen. Wenn Jobsuchende da nicht mitspielen, dann gibt es von uns Sanktionen“, erklärt Musil. So gab es bis Ende Juni bereits 75 Mal eine befristete Sperre des Arbeitslosengeldes oder der Notstandhilfe.

Das sind um 30 mehr als 2020, allerdings waren da die Sanktionen ab Pandemiebeginn ausgesetzt. 2019 gab es bis Ende Juni 97 Sperren. „Aktuell liegt der Fokus bei den Langzeitarbeitslosen, denn deren Zahl ist nach der Pandemie sehr stark gewachsen. Derzeit sind 16 Prozent der bei uns gemeldeten Personen mehr als zwölf Monate ohne Job“, weiß Musil.

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