MMS Gresten: Wenn die Stunde am Bildschirm stattfindet. Kreative Ideen sind gefragt, um Fächer wie Sport oder Musik per PC zu lehren. Zwei Lehrer der MMS Gresten erzählen, wie das geht.

Von Anna Faltner. Erstellt am 20. Januar 2021 (05:01)
Gemeinsam mit 85 Musiklehrern aus ganz NÖ nahm Daniela Faschingleitner am Samstag an der Musikfortbildung „Singen in Klasse, Chor und Gruppe“ teil.
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Mit einem virtuellen Stundenplan schafft es die Musikmittelschule Gresten durch den Lockdown. Von 7.40 Uhr bis 12.20 Uhr werden alle Gegenstände unterrichtet, Schüler und Lehrer nehmen gemeinsam an einer Videokonferenz teil.

Sportlehrer Sigmar Völker lernt mit seinen Schülern aktuell jonglieren.
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Sogar eine Online-Turnstunde findet jede Woche statt. Wie das vor dem Computer funktioniert, kann Lehrer Sigmar Völker, der unter anderem Sport unterrichtet, erklären.

„Wir starten mit einer Online-Sitzung. Da bekommen die Kinder eine Anleitung, was zu tun ist. Je nach Wetterlage geht es nach draußen oder wir finden eine andere Aktivität, die drinnen stattfinden kann“, erzählt Völker. Momentan beschäftigt er sich mit den dritten Klassen mit dem Jonglieren. „Innerhalb von zwei Wochen wollen wir alle Jonglieren können“, sagt er.

Und in allen weiteren Gegenständen wird das genauso gehandhabt. Zuerst gibt es online die Anleitung und den Input vom Lehrer, dann wird daran gearbeitet. „Im Normalfall kann dieser Arbeitsauftrag innerhalb der Online-Stunde erledigt werden. Wir Lehrer bleiben online und können den Schülern Fragen beantworten.“

Zurzeit verbringt Völker jeden Tag zehn Stunden vor dem Computer. Damit alles bestmöglich vorbereitet ist und der Kontakt zu den Schülern nicht abbricht. „Die Kinder arbeiten wirklich brav mit. Aber so eine Online-Stunde ersetzt natürlich keinen Präsenzunterricht“, ist er überzeugt. Als Administrator der Plattform ist er zufrieden, nicht nur die Schüler, sondern auch alle Lehrer „ziehen voll mit“.

Musikstunde ohne Gesang, aber mit Spaß

Seine Kollegin Daniela Faschingleitner lehrt Deutsch und Musik. Aufgrund des verkürzten Unterrichts – aktuell gibt es keinen Nachmittagsunterricht – gibt es statt sechs Stunden nur eine Musikstunde pro Woche.

Der Instrumentalunterricht wird komplett ausgesetzt, da dieser sonst in Kleingruppen stattfindet. „Das geht online einfach nicht“, sagt Faschingleitner. Ob zuhause musiziert wird, hängt vom Schüler ab – so wie beim Kochunterricht, der momentan nicht stattfinden kann.

Damit der Musikunterricht auch ohne gemeinsames Singen spannend bleibt, muss sie stets kreativ sein. „Wir experimentieren viel. Gerade haben wir uns mit Hörbuchbeispielen beschäftigt, die die Kinder mit einer App am Handy anhören können. Da geht es um Sprachrhythmen und Bodypercussion. Jeder versucht es zuerst allein und dann führen es ein paar im Online-Unterricht vor“, gibt die Lehrerin Einblicke in ihren neuen Lehralltag.

Das große Manko: Da die Internetverbindung variiert, könnte das Tempo beim gemeinsamen Musizieren nie dasselbe sein. Daher konzentriert sich Faschingleitner aktuell mehr auf den Theoriestoff. „Wenn wir jetzt viel Stoff machen, können wir das Singen dann im Frühjahr im Freien umso mehr nachholen“, hofft sie.

Sie selbst nimmt aktuell auch gerne an Online-Fortbildungen teil und ist begeistert vom Engagement, das die Teilnehmer mitbringen. Übrigens: Wie man unter den aktuellen Voraussetzungen Musik macht, zeigen die Schüler auf zwei Videos, die auf der Homepage zu finden sind.

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