Geschäfte im Bezirk Scheibbs: Rollbalken bleiben unten

Tristesse: Kein Adventmarkt, kein Kino, kein Fitnessstudio und ein auf wenige Tage reduziertes Weihnachtsgeschäft.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:29
440_0008_8238391_erl47wbg_stadtzentrum_lockdown_citycent.jpg
Die Rollbalken bleiben auch in zahlreichen Geschäften des City Center Wieselburg für zumindest drei Wochen lang unten. Einige, wie etwa Anna’s Spielewelt, versuchen wieder, mit Click- & Collect-Angeboten noch etwas Umsatz zu retten.
Foto: Eplinger

Noch ehe die Bundesregierung den österreichweiten Lockdown ausgerufen hatte, hatten sich die Bürgermeister des Bezirks in einer von Bezirkshauptmann Johann Seper einberufenen Videokonferenz am Mittwoch einstimmig darauf geeinigt, bis auf Weiteres alle Veranstaltungen abzusagen, die in ihrem Einflussbereich lagen. „Es war ein Schulterschluss aller Gemeinden, quer über alle Parteigrenzen hinweg. Wir wollten damit die hohen Inzidenzzahlen nach unten drücken“, erklärt Bezirkshauptmann Johann Seper.

Auch den damals noch für kommendes Wochenende geplanten Adventmarkt im Schloss Neubruck sagte Ursula Zechner schweren Herzens schon nach der Bürgermeisterkonferenz ab. „Wir hatten zwar ein gutes Sicherheitskonzept und unsere 23 Kunstaussteller und sieben Gastro-Stände hätten sich schon sehr gefreut, aber die allgemeine Gesundheit geht bevor“, sagte Zechner.

Nicht gerechnet, dass sie uns noch einmal zusperren.“ Anna brandstetter, „Anna’s Spielewelt“

Der Lockdown betrifft nun aber ohnehin auch wieder die Gastronomie sowie alle Handelsgeschäfte, Freizeit- und Sporteinrichtungen. Zumindest bis 12. Dezember bleibt geschlossen. „Sehr bitter, wobei uns schon die 2G-Regel sehr getroffen hat. Denn damit sind praktische alle geplanten Weihnachtsfeiern abgesagt worden“, schildert Markus Stadler vom Gasthaus Stadler in Reinsberg.

Anna Brandstetter, Betreiberin von „Anna‘s Spielewelt“ mit Geschäften in Wieselburg und Purgstall, fehlen die Worte: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie uns noch einmal zusperren. Gerade die Vorweihnachtszeit ist für uns die umsatzstärkste im ganzen Jahr. Jetzt verlieren wir dieses Geschäft zum zweiten Mal hintereinander. Viele werden auf den Onlinehandel ausweichen oder in Super- oder Drogeriemärkten Spielwaren kaufen“, fürchtet Brandstetter, die in ihren Geschäften mit einem Click & Collect-Angebot Umsatz zu retten versucht. „Allerdings mehr als zehn Prozent des normalen Umsatzes sind nicht drinnen“, weiß Brandstetter und hofft, am 13. Dezember wieder öffnen zu dürfen. Das hofft auch Richard Pemsel. „In dieser Zeit zählt jeder Tag. Wir haben es am vergangenen Samstag gesehen. Das war einer der umsatzstärksten Tage. Diese Wochen sind sowohl im Sportartikelhandel als auch im Bekleidungsgeschäft ganz entscheidend. Jetzt haben wir fast dieselbe Situation wie im Vorjahr. Das bedeutet, dass wir uns jetzt drei Wochen die Füße in den Bauch stehen und ein wenig Telefonverkauf machen. Aber es dann zehn Tage rundgehen wird. Das ist weder für Kunden noch für die Mitarbeiter zufriedenstellend“, sagt Pemsel, der mit dem neuerlichen Lockdown nicht mehr gerechnet hatte.

Für Fitnessstudiobetreiber Franz Reiser bedeutet der Lockdown die „nächste Katastrophe. Unser Geschäft ist im Herbst auf sehr niedrigem Niveau wieder angelaufen. Schon die 2G-Regel hat uns Kunden gekostet. Jetzt das Zusperren schmerzt enorm und zwingt schön langsam die gesamte Branche in die Knie“, schildert Reiser und fürchtet, dass der 13. Dezember noch nicht das Ende der Fahnenstange für die Branche ist.