Eltern für Erhalt der Krabbelstube

Erstellt am 22. Juni 2022 | 05:03
Lesezeit: 3 Min
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Mütter mit ihren Sprösslingen bei der Übergabe der Unterschriftenliste an ÖVP-Bürgermeister Josef Schachner und SPÖ-Vorsitzenden Andreas Danner.
Foto: privat
Eltern übergaben bei der Gemeinderatssitzung eine Unterschriftenliste zum Fortbestand der Krabbelstube in Lunz. Nun plant die Gemeinde eine neue Bedarfserhebung.
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Mütter mit Babys sorgten bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates für Aufsehen. Aufgrund der drohenden Stilllegung der seit 2019 bestehenden Krabbelstube übergaben sie eine Unterschriftenliste plus eine vierseitige Argumentation an ÖVP-Bürgermeister Josef Schachner und SPÖ-Bezirksvorsitzenden Gemeinderat Andreas Danner.

Das Papier widerlegt laut den Eltern die vor einem halben Jahr erfolgte Bedarfserhebung der Gemeinde. „Genügend Eltern haben da bereits Bedarf ab 1. September angemeldet. Weitere würden im Herbst dazukommen“, erklärt die Sprecherin der Eltern gegenüber der NÖN.

Somit wäre eine 50%ige Auslastung bereits ab Herbst garantiert. Das sei um einiges mehr als von der Gemeinde angegeben. Die von der Gemeinde angedachte Lösung mit einer Tagesmutter wäre für die Eltern maximal ein Zusatzangebot. „Eine Krabbelstube ist eine öffentliche Einrichtung mit einer pädagogischen Leitung. Hier werden die Kinder altersgerecht gefördert“, sagt die Elternsprecherin. Der zugezogenen Mutter fehle zudem die öffentliche Information.

„Viele wissen gar nicht über das Angebot Bescheid und viele hängen in der Luft, weil die Tagesmutter bereits jetzt kaum mehr Kapazitäten frei hat“, sagt die Sprecherin, die selbst ab Herbst ihr einjähriges Kind betreut wissen möchte. Für die Unterbringung ihres Sprösslinge in der Krabbelstube in der Nachbargemeinde Göstling müsste sie täglich einen Fahrtweg von 50 Kilometer auf sich nehmen.

„Die Krabbelstube muss weitergeführt werden. Es ist Wahnsinn, wenn eine funktionierende Einrichtung mit jetzt genug Anmeldungen aus Kostengründen geschlossen wird“, stärkt SPÖ-Bezirksobmann und Lunzer SPÖ-Vorsitzender Andreas Danner den Eltern den Rücken.

Das Argument, dass Eltern und Kinder vergessen wurden, will der Bürgermeister jedoch nicht gelten lassen. „Alle in Frage kommenden Kinder aus Lunz wurden schriftlich oder telefonisch erhoben“, erklärt er in einer Stellungnahme.

Die übergebene Unterschriftenliste könne leider nicht als Bedarfserhebung verwendet werden, da hier die Richtlinien des Erhebungsblattes nicht angeführt sind und die Eltern daher den verbindlichen Bedarf nicht anmelden konnten. „Außerdem sind Kinder anderer Gemeinden angeführt. Am Gemeindeamt wurde keine weitere Anmeldung abgegeben“, betont Schachner, der sich um eine für alle befriedigende Lösung bemüht. Deshalb werde die Gemeinde jetzt nochmals den genauen Bedarf sowie die tatsächliche Notwendigkeit erheben lassen.

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