Pflegeexpertin im Einsatz für ihre Heimatgemeinde

Anita Eibenberger aus Lunz lässt aufhorchen: Sie will die erste Community-Nurse im Bezirk Scheibbs werden. Ein Pilotprojekt.

Erstellt am 14. November 2021 | 07:36
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Anita Eibenberger will künftig die erste Ansprechperson für Pflegeangelegenheiten in Lunz sein.
Foto: privat

Wenn alles nach Plan läuft, dann wird es in Lunz am See ab Jänner die erste Community-Nurse im Bezirk geben. Hinter dem englischen Begriff verbirgt sich die Pflegeexpertin Anita Eibenberger. Sie will künftig Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags helfen.

„Ich beschäftige mich schon länger mit Konzepten, die helfen können, Menschen niederschwellig zu unterstützen. Aus meiner Erfahrung heraus fehlt es oft an Ansprechpersonen im Ort für pflegende Angehörige. Diese Menschen leisten jedoch überragende Arbeit und daher ist es mir wichtig, ihnen auch eine Kontaktstelle für ihre Anliegen zu bieten“, meint die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit über 25-jährigen Berufserfahrung. Durch ihre kontinuierliche, wohnortsnahe Anwesenheit der Pflegeexperten wird das Angebot der Gesundheitsversorgung in der Gemeinde erweitert. Die Menschen können dadurch länger im Ort wohnen und ein Pflegeheimaufenthalt kann verzögert oder verhindert werden.

„Ich beschäftige mich schon länger mit Konzepten, die helfen können, Menschen niederschwellig zu unterstützen"

Dass Eibenberger für diesen Job genau die Richtige ist, belegt auch ihr beruflicher Werdegang: „Während meiner Berufslaufbahn absolvierte ich zahlreiche Zusatzausbildungen, unter anderem bin ich auch Expertin für chronische Wunden.“ Derzeit ist sie im Kampf gegen Covid-19 in umliegenden Firmen im Einsatz, unterrichte Ordinationsassistenten in St. Pölten, bereitet dieses Projekt vor und steckt mitten im Masterstudium „Advanced Nursing Education“ an der FH Campus Wien.

Dass sie das Projekt in ihrem Heimatort umsetzen kann, ist ein zusätzlicher Ansporn: „Ich bin eine Lunzerin mit Leib und Seele. Bis auf einige Ausbildungs- und Berufsjahre lebe und wirke ich im Mostviertel. Dadurch kenne ich die relevanten Gesundheitseinrichtungen in der Umgebung, eine gute Basis für mögliche Kooperationen.“

Neben Pflegekaffees für pflegende Angehörige und gemeinsamen Aktivitäten mit Bewohnern des betreubaren Wohnens wird es auf Wunsch präventive Hausbesuche für Lunzer Bürger ab 75 Jahren und regelmäßige Sprechstunden geben. Diese werden voraussichtlich in den Räumlichkeiten des betreubaren Wohnens mitten im Ort stattfinden. „Die Lunzer Gemeinde ist der Fördernehmer dieses Projektes und unterstützt mich von Anfang an. Es handelt sich um ein vollfinanziertes Projekt der Bundesregierung mit Fördermittel der EU“, freut sich die 43-Jährige über die Unterstützung.