Traditions-Trafik wird Mitte 2021 übergeben. Willi Dinstl wird sich Mitte 2021 als Trafikant in Lunz zurückziehen. Trafik und Lotto-Annahmestelle sollen bestehen bleiben.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 03. September 2020 (08:36)

Der Name Dinstl ist in Lunz untrennbar mit zwei Begriffen verbunden: Ennstal Classic und vor allem mit der Trafik. Seit 137 Jahren betreibt die Kaufmannsfamilie Dinstl in Lunz am See die Trafik, die nun im Unimarkt-Gebäude direkt im Zentrum untergebracht ist. Der Schwiegervater des Großvaters von Willi Dinstl hat die Trafik im Mai 1884 erhalten. Der heute 65-jährige Willi Dinstl, der in Berlin eine kaufmännische Ausbildung genossen hatte, übernahm sie von seinem Vater. Mitte nächsten Jahres ist aber Schluss mit der Familientradition. „Ich bin seit Oktober des Vorjahres schon in der Regelpension, betreibe die Trafik derzeit noch weiter. Meine Töchter gehen eigene, andere berufliche Wege, sodass nach vier Generationen nun die Weichen für das Geschäft neu gestellt werden“, erklärt der leidenschaftliche Trafikant Will Dinstl im NÖN-Gespräch. Mit Monika Prüller beschäftigt Dinstl aktuell noch eine Mitarbeiterin.

Lotto-Annahmestelle der ersten Stunde

Mitte 2021 wird die Trafik verkauft. Das Geschäft selbst sowie die darin eingerichtete Annahmestelle der Österreichischen Lotterien – seit 1949 Toto- und seit 1986 auch eine der ersten Lotto-Annahmestellen in Österreich – soll auf alle Fälle fortgeführt werden. Einen konkreten Interessenten gibt es bereits, mehr kann Dinstl aber vorerst noch nicht verraten.

Die Leidenschaft, das hohe Fachwissen und der persönliche Kontakt zu seinen Kunden würden Dinstl auszeichnen und wesentliche Mitgründe „für die überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Umsätze in seiner Annahmestelle sein“, weiß Mario Schöner, Gebietsbetreuer der Österreichischen Lotterien.

Die beiden spektakulärsten Gewinne in seiner Annahmestelle, die Dinstl bekannt wurden, waren ein sechsstelliger Solo-Joker mit knapp 280.000 Euro eines Spielteilnehmers aus dem Bezirk, sowie ein vierrädriger Sondergewinn eines Urlauber-Stammgastes: „Er kam mit einem Packen von etwa 50 Quittungen und ich überprüfte sie auf etwaige Gewinne“, erinnert sich Dinstl, „und auf einmal schien der Begriff ,Sondergewinn‘ auf dem Display auf. Er gewann einen Jeep Cherokee.“ Gleich in der Annahmestelle wurde mit Sekt angestoßen.

Angestoßen wurde auch vergangenen Donnerstag. Da kam Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Lotterien, in die Trafik von Willi Dinstl und verkaufte persönlich ein paar Lotto-Scheine. „Hoffentlich als persönlicher Glücksbringer“, meinte sie mit einem Lächeln und bedankte sich bei Willi Dinstl für seine langjährige Partnerschaft.