wellenklaenge-Intendanten: „Jedes Konzert auf seine Art ein Highlight“

Erstellt am 09. Juli 2022 | 19:38
Lesezeit: 4 Min
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Julia Lacherstorfer und Simon Zöchbauer sind seit fünf Jahren die Intendanten der wellenklaenge.
Foto: Theresa Pewal
Ab 15. Juli steht das Motto „Mut und Gerechtigkeit“ im Fokus am Lunzer See. Im 25. Jubiläumsjahr der wellenklaenge sprechen die beiden Indendaten über Erwartungen, Wünsche, Neuerungen und Zukunftsvisionen des Festivals.
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NÖN: Wie hat sich das Festival in den vergangenen 25 Jahren aus eurer Sicht verändert? Was habt ihr nach der Übergabe von Gründerin Suzie Heger verändert, worauf liegt euer Fokus?
Simon Zöchbauer:
 Als wir das Festival vor 5 Jahren übernommen haben, wollten wir den Grundtenor beibehalten, nämlich: neue Musik aus diversen Sparten nach Lunz zu bringen, und das Publikum am Prozess künstlerischer Schaffenskraft und an der Kraft von Musik in dieser spektakulären Kulisse teilhaben zu lassen. Das passiert auch heute noch so, nur haben wir den Schwerpunkt in den letzten Jahren verstärkt auch auf gesellschaftliche Aspekte gelegt, wie etwa in Form von Diskurs durch Podiumsgespräche oder unseren See.Rund.Gang. Hier versuchen wir aufzuspüren, was gerade gesellschaftlich brennt, und dem einen Rahmen geben, der Hoffnung macht und zur Reflexion anregt. Auch unsere Festivalbroschüre hat sich erweitert und ist zu einem kleinen Magazin geworden. Suzie Heger hatte als Bühnenbildnerin einen starken Bezug zu bildender Kunst. Wir haben unseren Fokus zusätzlich zu Konzerten und Podiumsgesprächen auf unsere Musik-Werkstätten gelegt, bei denen es ebenso um das Kreieren von Neuem und eigenständige Kreativität geht.

„Mut und Gerechtigkeit“ ist das Motto in diesem Jahr. Wie spiegelt sich das in den Performances der Gruppen wider?
Julia Lacherstorfer:
Wenn wir unser Programm zusammenstellen, dann schwebt unser Jahresthema stets als Metaebene über all den Acts. Es geht um eine Art von Zeitgeist und Haltung, die wir aufspüren wollen in unseren Künstlerinnen und Künstlern. Die Message ist mal vordergründig und mal subtil. Heuer haben wir erstmals eine Co-Kuratorin zurate gezogen, Tonica Hunter, sie hat für unser Festival ein fluides Format von Panel & Performance entwickelt. Denn uns ist in den letzten Jahren bewusst geworden, dass unser Line-up bei Weitem nicht so queer und divers ist, wie wir uns das eigentlich wünschen und umsetzen würden.
Zöchbauer: Die Begriffe Mut und Gerechtigkeit sind eng miteinander verbunden, da es viel Mut braucht um Gerechtigkeit einzufordern, wenn sie strukturell nicht vorhanden ist.

Bis zum Auftaktkonzert „Yasmo & die Klangkantine“ sind es nur mehr wenige Tage. Was gibt es bis dahin noch zu tun?
Zöchbauer:
In den letzten Tagen vor dem Festival passiert viel Organisatorisches.
Lacherstorfer: Im Moment bereiten wir etwa noch die Foto-Ausstellung zum Jubiläum vor.

Welche Highlights dürfen die Besucher in diesem Jahr erwarten?
Zöchbauer:
Ich denke, dass jedes Konzert auf seine Art ein Highlight wird. Besonders freue ich mich auf den See.Rund.Gang. Hier wird Nunu Kaller über Konsum, Nachhaltigkeit und toxische Schönheitsbilder sprechen, die uns dominieren. Große Vorfreude! Natürlich wird unser 25 Jahre Jubiläumskonzert als Eröffnung ebenso sehr spannend!
Lacherstorfer: Mein besonderes Highlight wird der Abend „Floetic Justice“, kuratiert von Tonica Hunter werden. Natürlich bin ich auch gespannt, wie unser Publikum das aufnehmen wird, aber das ist etwas, was ich sehr liebe an unserer Tätigkeit als Intendanten des Festivals. Wir versuchen zu wachsen und uns zu öffnen, und mit uns das Publikum.

Was wünscht ihr beiden euch für das diesjährige Festival?
Zöchbauer:
Gutes Wetter und viele Momente der Inspiration für uns alle.

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