Weltnaturerbe-Zentrum: Ein Stück Wildnis ab 50 Euro. Jeder kann mithelfen, das Projekt „Haus der Wildnis“ in Lunz zu realisieren.

Von Claudia Christ. Erstellt am 11. September 2018 (05:00)
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Das neue Weltnaturerbe-Zentrum auf einer Fläche von 1.920 m² soll künftig 30.000 Besucher jährlich anlocken.
Architekturbüro Maurer & Partner

Wie schon bei der Präsentation des Projektes „Haus der Wildnis“ im März war auch beim Startschuss für die Spendenkampagne am Freitag im Festsaal des Wasserclusters, zur Freude von Bürgermeister Martin Ploderer, das Interesse groß.

Um das ehrgeizige Fünf-Millionen-Projekt „Weltnaturerbe-Zentrum“ in Lunz zu realisieren, ist die Anstrengung aller erforderlich. Ab 50 Euro ist man mit dabei und erwirbt symbolisch einen Quadratmeter vom Wildnisgebiet Dürrenstein, das 2017 zum ersten UNESCO-Weltnaturerbe Österreichs erklärt wurde. Der Spendenerlös fließt direkt in das geplante Zentrum, das mittels modernster Technologien die Besonderheiten des Wildnisgebietes begreifbar machen soll.

Neun verschiedene Unterstützungspakete

Insgesamt neun Unterstützerpakete wurden vorgestellt. Vom Einzelpackage bis hin zum Familien- und Gemeindepaket ist alles dabei. Das billigste „Ticket“ kostet 50 Euro, das teuerste für Mäzene gibt es um 50.000 Euro. „Außerdem besteht die Möglichkeit, sich mit dem Spendenbetrag ein Galadinner mit der Landeshauptfrau Mikl-Leitner, eine Wachauschiffsfahrt mit LH-Stellvertreter Pernkopf oder eine exklusive, geführte Wanderung durch das Wildnisgebiet zu ermöglichen“, erklärt Albert Es-senther von der Schutzgebietsverwaltung.

2,5 Millionen Euro stellen Bund und das Land NÖ für das Leuchtturmprojekt zur Verfügung. Rund 35 Prozent des vorerst angestrebten Sammelbetrages von 500.000 Euro sind bereits zusammengekommen.

„Will aktiven Beitrag zur Erhaltung leisten“

Eine, die schon gespendet hat, ist Frieda Ritzinger aus Lunz. Sie erklärte, wie fünf weitere Unterstützer, vor Publikum ihre Beweggründe, bei der Aktion mitzumachen: „Schon in der Kindheit war es für mich immer faszinierend, wenn vom Rothschild Urwald gesprochen wurde. Nun kann ich mit meiner Spende einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass dieses Wildnisgebiet erhalten bleibt. Außerdem wünsche ich mir, dass die derzeitige Lücke im Ortsbild, auf der das Zentrum entstehen soll, endlich geschlossen wird.“

Spender traten vor den Vorhang (von links): Wildnisgebiet-Geschäftsführer Christoph Leditznig mit Dominik Daurer (Zellerhof), Frieda Ritzinger, Peter Bruckner (Bruckners Bierwelt), Joachim Mayr (Tischlerei), Hollensteins Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Thomas Esletzbichler (Leitschienen Welt) sowie Bürgermeister Martin Ploderer und Vizebürgermeister Josef Schachner.
Christ

Welche Arbeiten auf dem Grundstück am ehemaligen Kirchenwirt-Areal bereits durchgeführt wurden, davon berichtete Vizebürgermeister Josef Schachner: „Bislang wurde die Tiefgarage freigemacht, Kellerwände freigelegt und eine Wärmedämmung angebracht. Kanalarbeiten und Anschlüsse stehen nun als nächstes an.“

Optimistisch, dass die notwendigen Spendengelder aufgebracht werden, gab sich LH-Stellvertreter und „Mastermind“ des Projektes Stephan Pernkopf: „Es ist wichtig, unseren Kindern wieder das Naturverständnis mitzugeben. Das Zentrum brauchen wir, um die Natur zu schonen. Gemeinsam werden wir es auf jeden Fall schaffen.“ www.haus-der-wildnis.at