Konzernriese sucht Standort. REWE-Konzern sucht in der Region einen neuen Billa-Standort. Nach Absage von Gaming und Göstling ist Lunz weiter im Rennen. Örtlicher Nahversorger fürchtet Konkurrenz.

Von Claudia Christ. Erstellt am 21. Oktober 2018 (05:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Derzeit ist der Unimarkt von Roman Huber das einzige Nahversorgergeschäft in Lunz. Das könnte sich aber bald ändern.
Christ

Gerüchte, eine Billa-Filiale werde in Lunz eröffnen, machten diese Woche die Runde. „Es ist richtig, dass der REWE-Konzern einen neuen Standort zwischen Gaming und Göstling sucht“, stellt der Lunzer Bürgermeister Martin Ploderer klar.

Nach der Absage der Gemeinden Gaming und Göstling – „Wir haben weder die Flächen im Ort noch den Bedarf“, begründen die beiden Bürgermeister Friedrich Fahrnberger und Renate Gruber – bleibt Lunz nun als möglicher Standort übrig. Hier gab es bereits Gespräche mit der Gemeinde bezüglich eines Standortes im Gewerbegebiet.

„Das haben wir aber abgelehnt, denn ein Lebensmittelgeschäft kommt für mich ausschließlich im Ortszentrum in Frage“, betont Ploderer. Derzeit führt der REWE-Konzern laut Bürgermeister Gespräche mit einem privaten Grundstücksbesitzer im Ort. „Wir bitten um Verständnis, dass wir im Moment keine genaueren Informationen dazu zur Verfügung stellen können“, hält sich Paul Pöttschacher, Pressesprecher der REWE International AG, noch bedeckt.

„Das ist eine reine Verdrängung. Die denken gar nicht darüber nach, was sie damit anrichten.“Kaufmann Roman Huber, Unimarktbetreiber in Lunz

Schlaflose Nächte bereitet der mögliche Konkurrenzriese bereits dem bislang einzigen Nahversorger im Ort, dem Unimarkt-Betreiber Roman Huber. „Das ist eine reine Verdrängung. Vor allem, dass der Konzern definitiv sagt, wir bauen in Gaming, Göstling oder Lunz, ärgert mich sehr. Die denken gar nicht nach, was sie damit anrichten“.

Seit 12 Jahren betreibt Huber neben dem Geschäft in Göstling auch den Markt in Lunz. Hier beschäftigt er insgesamt 17 Mitarbeiter: „Viele meiner Mitarbeiterinnen sind über fünfzig und stammen entweder direkt aus dem Ort oder aus der Umgebung. Wir haben uns hier einen treuen Kundenstamm aufgebaut, das alles könnte nun zerstört werden.“

„Mit den Umsätzen, die wir im Sommer machen, müssen wir auch über den Herbst und Winter kommen.“

Denn für den Kaufmann ist klar, dass es nur einen Nahversorger hier im 1.700 Einwohner-Ort am See geben kann. Trotz der erfreulichen Sommertourismusbilanz stellt er klar: „Mit den Umsätzen, die wir im Sommer machen, müssen wir auch über den Herbst und Winter kommen.“

Huber zeigt sich kämpferisch und will nicht klein beigeben. „Ich appelliere an das Land NÖ und den Gemeinderat, hier Initiative zu ergreifen. „Wir haben in Österreich bereits die größte Dichte an Lebensmittelgeschäften in ganz Europa, wo soll das noch hinführen?“, fragt er sich.

Bürgermeister Ploderer betont: „Als Gemeinde ist es uns wichtig, dass die Versorgung stimmt, und dass es zumindest ein gut gehendes Geschäft im Ort gibt. Das von REWE ins Auge gefasste Grundstück liegt mitten im Ort. Eine Umwidmung wäre hier prinzipiell nicht notwendig, lediglich eine Umwidmungserweiterung. Derzeit ist noch nichts fix, es werden nur Gespräche geführt.“