Mann um 517.000 Euro ärmer gemacht?. Für Begräbnis der Tochter und Krankheiten soll 36-Jährige ihrem Freund ein Vermögen herausgelockt haben. Prozess vertagt.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 20. Dezember 2017 (05:00)
Symbolbild

Über eine Zeitungsannonce lernte ein Lunzer eine Tschechin kennen. Schamlos soll diese den Mann dann ausgenutzt und ihm 517.000 Euro herausgelockt haben. Schwerer gewerbsmäßiger Betrug wird der 36-Jährigen vorgeworfen.

„Die Angeklagte wurde bereits wegen Vermögensdelikten verurteilt, hatte laufend finanzielle Probleme, und dann ist ihr dieser ‚Glücksfall‘ widerfahren“, sagt der Staatsanwalt im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Und weiter: „Das Opfer hat sich ein Vermögen aufgebaut und ist eine Beziehung mit der Angeklagten eingegangen. 14 Tage später hat sie ihn schon um Geld angepumpt.“

Geld für Begräbnis und angebliche Erkrankungen

Bares für ein Brustimplantat habe die 36-Jährige gebraucht. Und Geld für das Begräbnis ihrer Tochter. „Die ist gar nicht gestorben“, sagt der Ankläger. Und er setzt fort: „Dann hat sie zwei Mal vorgetäuscht, an Krebs erkrankt zu sein und hat auch Geld für eine vermeintliche Nierenoperation benötigt, samt psychologischer Betreuung.“

15.000 Euro soll die Tschechin aus dem Nachtkästchen der Eltern des Lunzers gestohlen haben und unerlaubt mit deren Bankomatkarte einige Hundert Euro behoben haben.

Geständig zu all dem ist die Angeklagte nicht, zu Unrecht werde sie belastet, sagt sie. „Es stellt sich die Frage, ob das mutmaßliche Opfer nicht einen Plan ausgeheckt hat, nachdem meine Mandantin die gewaltvolle Beziehung beendet hat“, sagt ihre Verteidigerin. Nun sollen Handys ausgewertet werden, der Richter vertagt.