Tödlicher Unfall auf B25: Biker von Auto erfasst. Zu einem Verkehrsunfall mit Todesfolgen kam es am Rande der Ennstal Classic am Freitag in Lunz am See.

Von Christian Eplinger und Claudia Christ. Erstellt am 26. Juli 2019 (12:34)

Ein 71-jähriger Autolenker aus dem Scheibbser Bezirk, der als Besucher am Weg zum Classic-Etappenort Lunz war, missachtete auf der LB25 ein Linksabbiegeverbot und rammte einen tschechischen Motorradlenker, der den Autofahrer gerade überholen wollte.

Der 52-jährige Motorradfahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Seine am Sozius mitgefahrene Frau erlitt laut Landespolizeidirektion schwere Verletzungen. Ein Notarzthubschrauber brachte die 50-Jährige ins Unfallkrankenhaus Linz.

Die Ennstal Classic selbst wurde durch den tödlichen Unfall nicht beeinflusst und konnte ungehindert und wie geplant im Etappenort Lunz Station machen.

Linksabbiegeverbot gilt seit etwa einem Jahr

Es waren dramatische Minuten, die Willi Dinstl, der lokale Organisator des Ennstal-Classic-Etappenortes Lunz am See, am Freitagvormittag durchlebte. Alles war im Umfeld perfekt geplant und vorbereitet. Die Lunzer hatten den Teilnehmern der 234 Teilnehmern der legendärsten Oldtimerrallye Österreichs einen tollen Empfang vorbereitet.

Doch eine halbe Stunde, bevor die ersten Teilnehmerautos in Lunz eintrafen, kam es auf der LB25 zu dem tödlichen Unfall. Ein 71-jähriger Autolenker aus dem Scheibbser Bezirk, der als Zuschauer zur Ennstal Classic unterwegs war, wollte mit seinem Auto auf der Fahrt in Richtung Göstling von der LB25 in die Elisabeth-Hummelstraße Richtung Lunzer Saal einbiegen, obwohl es dort seit rund einem Jahr ein Linksabbiegeverbot gibt. Zum gleichen Zeitpunkt wollte ein tschechischer Motorradlenker den Autofahrer in Richtung Göstling überholen. Es kam im Kreuzungsbereich zum Zusammenstoß.

Reanimationsversuche blieben erfolglos

Der Motorradfahrer erlag noch an der Unfallstelle trotz sofortiger Reanimationsversuche durch den anwesenden Feuerwehrarzt und das Notarztteam des Christophorus 15 seinen schweren Verletzungen. Die tschechische Beifahrerin des Motorradlenkers erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen und wurde mit dem Christophorus 15 ins Unfallkrankenhaus Linz geflogen. Der Autofahrer blieb unverletzt, erlitt aber einen schweren Schock.

Schockiert waren auch die Helfer der Feuerwehr und des Roten Kreuzes, die Großteils schon vor Ort waren, um bei der Ennstal Classic mitzuarbeiten, sowie die lokalen Verantwortlichen vom Lunzer Etappenort.  "Es ist schon ein tödlicher Unfall alleine tragisch genug, aber wenn dieser dann noch mit so einer Großveranstaltung zusammenfällt, dann wird es kritisch", schildert Willi Dinstl im NÖN-Gespräch.

Umleitung über Pfaffenschlag und Bodingbach

Denn die Polizei musste die LB25 während des Rettungseinsatzes und der Bergearbeiten für über eine Stunde sperren. Eine örtliche Umleitung hätte durch das Ortsgebiet der Seegemeinde geführt. Genau dort sollten aber kurz darauf die 234 Oldtimer-Fahrzeuge durchgeleitet werden, weshalb die Ortsdurchfahrt für den normalen Verkehr gesperrt war.

"Dank des großen Entgegenkommens der Exekutive und aller Mitwirkenden, konnte innerhalb kürzester Zeit eine Umleitung für den normalen Verkehr über Pfaffenschlag und Bodingbach organisiert werden, sodass die Ennstal Classic wie geplant zum Ortszentrum geführt werden konnte und von dem tragischen Vorfall in keinster Weise betroffen war", schildert Willi Dinstl.

Und so wurde auch die siebente Auflage der Ennstal Classic in Lunz am See am Ende mit mehr als 1.000 Besucher wieder ein Erfolg.