Wellenklänge-Intendanten:„ Planen kleinere Ausgabe“. Ob und wie das zeitgenössische Festival heuer stattfinden wird, ist noch unklar. Die Intendanten im Gespräch.

Von Claudia Christ. Erstellt am 01. Mai 2020 (04:36)
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Das Intendanten-Duo Julia Lacherstorfer und Simon Zöchbauer muss derzeit noch um die Durchführung der Lunzer wellenklænge zittern. Sie erarbeiten derzeit eine kleine Ausgabe mit ausschließlich in Österreich lebenden Künstlern.
Christ

Seit 2018 sind Julia Lacherstorfer und Simon Zöchbauer die Intendanten der Lunzer wellenklænge. Die beiden sprachen mit der NÖN über die Ausarbeitung eines kleineren Ersatzprogrammes und eine mögliche Absage des Festivals.

NÖN: Großveranstaltungen sind ja bereits wegen Corona bis August abgesagt. Wie weit sind Sie mit den Planungen für die wellenklænge, die von 17. Juli bis 1. August stattfinden sollen, und wie läuft der Kartenvorverkauf bisher?

Julia Lacherstorfer: Für uns beginnt die Arbeitsphase jeder neuen Saison vier Wochen nach dem Abschlusskonzert der laufenden Saison, also Ende August. Unsere Programmierung und das Booking schließen wir meist im Oktober ab und präsentieren anschließen das aktuelle Programm in der Generalversammlung unseres Vereins. Man sieht hier also deutlich, wie viel Vorlaufzeit so ein Festival erfordert - es ist eine ganzjährige Tätigkeit. Die Maßnahmen, die im März aufgrund von Covid-19 ergriffen werden mussten, haben uns nur wenige Tage nach unserem Vorverkaufsstart erwischt, der übrigens großartig angelaufen war, aber im Laufe der folgenden Wochen natürlich merklich eingebrochen ist.

Wie hoch sind die Chancen, dass die wellenklænge im Juli stattfinden können?

Simon Zöchbauer: Wir können hier keine Schätzung abgeben, sondern können uns nur auf die wenigen Fakten konzentrieren, die bisher durchgesickert sind: Einige der in der letzten Pressekonferenz genannten angedachten Voraussetzungen könnten wir jedenfalls gut erfüllen: Wir sind ein Open-air Festival. Wir verfügen über fixe Sitzplätze - keine Stehplätze - die wir nach den geltenden Regeln mit genügend Abstand zuteilen könnten. Es ist ein ausreichender Abstand zwischen dem Bühnenbereich und dem Publikum. Weil es im Moment Ein- und Ausreisebeschränkungen gibt und unser aktuelles Programm viele internationale Künstler und Künstlerinnen beinhalten würde, planen wir gerade parallel an einer kleineren Ausgabe, die sich auf in Österreich lebende Künstler beschränken würde.

Wären die Coronamaßnahmen wie Sicherheitsabstand und Mundschutz überhaupt umsetzbar?

Lacherstorfer: Der Sicherheitsabstand von 20m2 pro Person im Publikumsbereich, der für Geschäftslokale gilt, ist selbstverständlich nicht auf Konzerte umlegbar - das würde Dimensionen der Wiener Stadthalle erfordern, um es plakativ auszudrücken. Wir gehen davon aus, dass sich die Vorgaben für kleinere Konzerten bis Mitte Mai nochmals ändern werden. Unser Team würde - gemäß den Verordnungen - einen Mund-Nasenschutz tragen, und selbiges werden wir auch von unserem Publikum erwarten müssen. Seitens der Künstler und Künstlerinnen würden wir das während ihres Auftrittes nicht zwingend verlangen, weil das einfach nicht vereinheitlicht durchführbar wäre, und wir es nicht als sinnvoll erachten, hier Unterschied zwischen den Instrumentengruppen zu machen. Vor und nach dem Auftritt gelten natürlich für alle dieselben Regeln: Regelmäßiges Desinfizieren und Händewaschen, sowie das Tragen eines Mund-Nasenschutzes.

Auch heuer würden ja auch viele Künstler und Künstlerinnen aus dem Ausland anreisen. Könnten Sie sich die wellenklænge in abgespeckter Form auch ohne ausländische Beteiligung vorstellen?

Zöchbauer: Ja durchaus, das wird ziemlich sicher notwendig sein, weil ja jedes Land andere Ein- und Ausreisebestimmungen hat, sowie auch ganz unterschiedliche Infektionskurven und Maßnahmen. Daher erarbeiten wir gerade parallel ein Programm, das sich auf in Österreich lebende Künstler und Künstlerinnen beschränkt, damit wir Mitte Mai rascher auf Regelungen und Einschränkungen reagieren können.

Sollte es bedauerlicherweise heuer nicht klappen, behalten die bereits verkauften Karten ihre Gültigkeit bzw. wird das Programm eins zu eins im nächsten Jahr gespielt?

Lacherstorfer: Wie wir das im Falle einer Totalabsage genau handhaben werden, geben wir auf unserer Website und allen sonstigen Kanälen bekannt. Wir würden die Saison 2021 von Grund auf neu planen, das geplante Line-up würde also im nächsten Jahr nicht eins zu eins stattfinden.

Bis wann wird es spätestens eine Entscheidung geben?

Lacherstorfer: Wir geben unsere Entscheidung nach der nächsten Pressekonferenz der Regierung zu den Maßnahmen für den Kunst- und Kulturbereich bekannt, die für Mitte Mai angekündigt wurde. Bis spätestens Ende Mai werden wir unsere Entscheidung nach außen kommunizieren.