PVZ Purgstall: Die Männer im Hintergrund. Philipp Schramhauser betreut als Manager mehrere Primärversorgungszentren in ganz Niederösterreich. Der NÖN erklärte er seine Aufgabe beim Aufbau des Purgstaller PVZ.

Von Karin Katona. Erstellt am 09. Mai 2021 (06:12)
Die PVZ-Manager Christoph Erber und Philipp Schramhauser unterstützen die Ärzte des PVZ Purgstall in kaufmännischer, vertrieblicher und rechtlicher Hinsicht. Foto: Katona
Katona

NÖN: Was läuft derzeit im Primärversorgungszentrum Purgstall?

Philipp Schramhauser: Wir sind mit Hearings für das medizinische Personal beschäftigt. Es hat Stellenausschreibungen für Physiotherapeuten, Logopäden, Psychologen und andere Gesundheitsberufe gegeben. Wir leisten die Vorarbeit, die Entscheidungen treffen dann die Ärzte letztendlich aber selbst.

Was genau ist die Rolle eines PVZ-Managers?

Schramhauser: Mein Kollege Christoph Erber und ich unterstützen die Ärzte unter anderem in kaufmännischer, betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht. Das geht von der Erstellung des Versorgungskonzepts zur Einreichung bei der Gesundheitskasse und der Ärztekammer bis zur Suche eines geeigneten EDV-Anbieters. Unsere Arbeit ist sehr facettenreich. Wir sind diejenigen, die die Informationen einholen, aufbereiten und den Ärzten bei der Entscheidung helfen. Wir beraten die Ärzte auch finanziell und steuerlich.

Helfen Sie nur beim Aufbau des Primärversorgunszentrums oder geht Ihre Tätigkeit weiter?

Schramhauser: Wir werden weiterhin für das PVZ Purgstall tätig sein. Wir werden in Purgstall ein Büro haben und immer wieder vor Ort sein. Besonders am Anfang gibt es noch viel Gesprächsbedarf, müssen Abläufe verbessert und interne Zusammenarbeit geklärt werden. Wir wollen auch für die Bevölkerung Ansprechpartner sein, denn ein guter Kontakt zur Bevölkerung ist für ein PVZ wichtig, ebenso wie die Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Sie sind aber beide noch in anderen PVZ beschäftigt?

Schramhauser: Ich bin Manager in der PVE Böheimkirchen, Christoph Erber im PVZ St. Pölten. Durch unsere Erfahrungen und Kontakte konnten wir das PVZ Purgstall von Anfang an optimal begleiten. Und wir haben auch eine gute Gesprächsbasis zum Land, zur Gesundheitskasse und der Ärztekammer.

Wie könnte Ihrer Erfahrung nach die weitere Entwicklung des PVZ Purgstall aussehen?

Schramhauser: Die Erfahrung zeigt, dass solche Zentren meistens wachsen, weil sich das medizinische Angebot erweitert, etwa, indem neue Therapeuten hinzukommen. Es ist also gut, wenn schon im Vorhinein geklärt ist, dass die Fläche eventuell erweitert werden kann.

Sind die PVZ die Zukunft der medizinischen Versorgung?

Schramhauser: Ja. Das alte Hausarzt-System wird es nicht mehr lang geben. Viele Ärzte werden bald in Pension gehen. Nur in einem Setting wie dem Primärversorgungszentrum sind zeitgemäße und attraktive Arbeitszeitmodelle für Ärzte möglich.