Bezirk Scheibbs: Junge sind offen für E-Mobilität

Lange Lebensdauer, Umweltbonus, geringe Wartekosten sprechen für E-Autos. Aber überzeugt das auch die Autokäufer?

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 03:51
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Foto: Roman Babakin, Shutterstcok.com

Im vergangenen September wurden im Bezirk Scheibbs 69 Autos neu zugelassen, 43 davon mit fossilem Antrieb. Demgegenüber stehen 13 E-Autos und 13 Hybrid-Fahrzeuge. Was die Frage nahelegt: Gibt es einen steigenden Trend zu E-Autos? Zwei Autohändler aus dem Bezirk berichten.

Betriebsleiter Thomas Aichinger vom ATZ Steinakirchen kann die Wende zum E-Auto aus der Praxis nicht ganz bestätigen. Denn seine Kunden, sagt Aichinger, seien in Bezug auf E-Autos noch zurückhaltend. „Die Nachfrage nach E-Autos steigt zwar, ist aber nur im Business-Bereich relevant. Denn hier gibt es für Unternehmen Steuervorteile und Förderungen. Dadurch haben viele Betriebe auf E-Mobilität umgestellt.“ Privatkunden, sagt Aichinger, fragen nach wie vor hauptsächlich nach Autos mit fossilem Antrieb: „Das Interesse am E-Auto steigt zwar generell, aber im Endeffekt entscheiden sich die meisten Kunden für herkömmliche Autos.“

Die erste Frage beim elektrobetriebenen Auto sei die nach der Reichweite. „Die Reichweiten sind bei den modernen E-Autos schon so gut, dass es da kein Argument gibt“, sagt Aichinger. „Und bei der Dichte des E-Tankstellennetzes muss auch niemand Sorge haben, irgendwo festzuhängen.“ Und: „Noch sind E-Autos um durchschnittlich 10.000 bis 20.000 Euro teurer, das schreckt viele ab. Eine Ersparnis hat man allerdings, wenn man kostengünstig tanken kann“, sagt Aichinger. Das Problem der Autobranche sei jedoch im Moment nicht die Nachfrage, sondern ein Lieferproblem, ausgelöst durch Engpässe bei Halbleitern. „Das betrifft die gesamte Autobranche, verzögert die Lieferzeiten um ein Vielfaches“, sagt Aichinger. „Wir sind mit dem Lager so weit unten wie noch nie.“

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„Den Menschen sind die Klimaprobleme bewusst“

Das bestätigt auch Elke Aigner vom Autohaus Aigner in Gresten. Hier hat man eine kreative Lösung gefunden: die Autovermietung. „Wir bieten Kunden für die Überbrückungszeit ein Mietauto an, betreiben aber auch eine reine Autovermietung“, sagt Elke Aigner. Eine gute Möglichkeit, auch einmal ein E-Auto auszuprobieren. „Den Menschen, vor allem den Jungen, sind die Klimaprobleme bewusst und sie wollen etwas dagegen tun. Man kann sagen, dass es im Moment eine Art Generationenwechsel gibt, zwischen den Kunden, die nach wie vor den konventionellen Antrieb wünschen, und jenen, die offen sind für alternative Mobilität“, sagt Elke Aigner. „Es liegt an uns Autohändlern, die Kunden mit der Thematik vertraut zu machen und die vielen Vorteile aufzuzeigen, die sie mit einem E-Auto nützen können“, sagt Elke Aigner. „Der Anschaffungspreis ist höher, aber von Betriebskosten, Steuern und Wartungskosten her sind E-Autos wesentlich günstiger.“

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