Wieselburg: Erholung vor der Haustür. In der Stadt Wieselburg soll die Natur wieder mehr Platz bekommen. Erste Projekte in Umsetzung.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 29. November 2019 (03:45)
Bürgermeister Josef Leitner will die Natur in der Stadt-Projekte weiter forcieren.
Eplinger

Von „grünen Inseln“ über das Zwiesel-Projekt, entsiegelte Parkplätze bis hin zu begrünten Dächern oder Fassaden. Das Thema Natur nimmt in der Wieselburger Stadtpolitik derzeit breiten Raum ein.

„Die Stadtnatur hat viele Gesichter, vom einzelnen Baum über den insektenfreundlichen Garten bis hin zum grünen Naherholungsgebiet am Flussufer. Natur in der Stadt schafft Erholungsräume vor der Haustür, sorgt für ein besseres Klima und trägt damit tagtäglich zu unserem Wohlbefinden bei“, sagt SP-Stadtchef Josef Leitner im NÖN-Gespräch. Und auch wenn gerade in Wieselburg die Autos weiterhin Teil des Stadtbildes und des Nahverkehrs bleiben werden, seien aktiv gesetzte Gegenmaßnahmen wichtig, betont Leitner.

Bis Jahresende noch einiges vor

Die ersten Projekte sind dabei schon in der Umsetzung und sollen bis Jahresende teilweise umgesetzt sein. Bereits in den kommenden Wochen soll mit der Schaffung der ersten „grünen Insel“ am Gemeindegrundstück beim Brunnenhaus in der Adalbert-Stifter-Straße begonnen werden. Gemeinsam mit den Anrainern wurden die ersten Schritte zur Gestaltung dieses kleinen Parks im Wohngebiet festgelegt. Weitere derartige Wohlfühlorte im Stadtgebiet sollen beispielsweise in der Ybbser Straße im Jahr 2020 folgen.

Auch die größte Stadtoase, der Zwiesel zwischen Großer und Kleiner Erlauf und den Volksfestplatz 1, wird ab Frühjahr 2020 zum naturnahen Generationentreffpunkt in der Stadtmitte umgestaltet (die NÖN berichtete). Parallel dazu läuft die Planung eines zusammenhängenden Radwegenetzes, in dem auch die umliegenden Gemeinden voll eingebunden sind. Der Bau des Rad- und Gehweges von der Furtgasse über die ehemalige Schienenradltrasse bis hin zur Stadionstraße ist bereits im Laufen. Ebenso die Schaffung neuer „ökologisch gestalteter“ Parkplätze mit mehr als 100 Stellflächen im Bereich des Bahnhofes.

„Ökologisch gestaltete Parkplätze klingt zwar widersprüchlich, gemeint ist damit, dass diese Flächen nicht asphaltiert werden, sondern durch die Entsieglung des Bodens Regenwasser versickern kann. Damit werden die klimatischen Verhältnisse verbessert“, erklärt Leitner.

Eine „natürliche Klimaanlage“ soll auch das Projekt „grün statt grau“ in Wieselburg bringen. Hier geht es um die Begrünung von Dächern und Fassaden sowie die vermehrte Baum- und Strauchbepflanzung in der Stadt. „Grünflächen reduzieren die Wärme, fördern Verdunstung und reinigen die Luft. Daher wollen wir im Frühjahr 2020 eine groß angelegte Baumpflanzaktion starten und gemeinsam mit der Initiative „grün statt grau“ ein deutliches Zeichen für nachhaltige Stadtplanung und Zukunftsgestaltung setzen“, sagt Leitner.