Ein Adventmarkt in der virtuellen Welt. myproduct.at gilt als größter Online-Händler für Kleinproduzenten. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist ihr Online-Portal besonders gefragt.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 25. November 2020 (04:03)
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Vom Christbaum bis zum edlen Tropfen Wein oder einem ganz individuellen Geschenkset – Rainer Neuwirth und seine Mitarbeiterin Judith Berger freuen sich über das breite Sortiment heimischer Kleinproduzenten, denen myproduct.at im virtuellen Weihnachtsmarkt eine besondere Plattform bietet.
Christian Eplinger

Egal ob man Dekoration für zuhause, passende Produkte für den Advent, ein besonderes Weihnachtsgeschenk oder einen Christbaum braucht – beim virtuellen Weihnachtsmarkt von myproduct.at wird man fündig. Zugegeben, in der warmen Stube vor dem Bildschirm fehlt ein wenig das Flair eines Bummels durch einen verschneiten Christkindlmarkt mit einem Glas Punsch oder Glühwein in der Hand, doch an Kaufanreizen fehlt es dafür nicht. Rund 800 Produkte bietet myproduct.at am virtuellen Weihnachtsmarkt an – und täglich kommen neue Produkte hinzu.

„Wir arbeiten aktuell mit 500 österreichischen Kleinproduzenten zusammen. Diese vertreiben gerade in der Vorweihnachtszeit viele ihrer Produkte normal auf Weihnachtsmärkten im ganzen Land. Heuer fallen diese großteils Corona zum Opfer. Damit entgehen den kleinen Betrieben weitere Umsätze. Wir wollen aber nicht, dass unsere Kunden und Partner auf ihrer Ware, die sie in den letzten Monaten oft in mühevoller Kleinarbeit geschaffen haben, sitzen bleiben. So haben wir uns entschlossen, diesen virtuellen Weihnachtsmarkt ins Leben zu rufen. Und siehe da, es funktioniert. Bereits in den ersten Tagen hatten wir täglich um die 1.000 Besucher auf unserer Seite“, schildert der aus Wieselburg stammende myproduct.at-Geschäftsführer Rainer Neuwirth.

Erfolgreiches Wirtschaftsjahr

Der virtuelle Weihnachtsmarkt ist der passende Abschluss für ein für myproduct.at wirtschaftlich sehr erfolgreiches Jahr. Durch Corona sind die Umsätze beim Online-Händler, der selbst 20 eigene Online-Shops betreibt, seit 2015 mit der Kastner-Gruppe kooperiert und seit November auch Partner der Post-Plattform shöpping.at ist, durch die Decke gestiegen. „Wir haben unseren Umsatz heuer um 200 Prozent gesteigert gegenüber 2019 und rechnen für 2021 nochmals mit einem Plus von rund 60 Prozent zum Coronajahr“, sagt Neuwirth, der aktuell schon wieder auf der Suche nach neuen Mitarbeitern vor allem in der Logistik und Kommissionierung ist. In der ersten Lockdown-Phase war das Unternehmen kurzfristig von acht fixen Mitarbeitern auf über 30 Leute angewachsen. „Sonst hätten wir den Ansturm nicht bewältigt.“

Durch Corona haben viele Menschen – auch ältere – erst einen Zugang zum Online-Handel erhalten. Insgesamt hat myproduct.at heuer bisher rund 10.000 Neukunden an Land gezogen – viele davon auch aus dem städtischen Bereich und sogar aus Deutschland. „Über 20 Prozent unseres Umsatzes machen wir schon mit Export. Vor allem in Deutschland werden unsere regionalen Produkte sehr geschätzt“, weiß Neuwirth. Davon profitieren natürlich auch alle Produzenten, die, egal mit wie vielen Plattformen myproduct.at kooperiert, weiterhin immer nur einen Ansprechpartner für die gesamte Abwicklung von der Angebotserstellung bis hin zum Vertrieb haben.

Gerüstet für Weihnachtsgeschäft

Über den Sommer hat myproduct.at Abläufe optimiert und ist jetzt für die Lockdown-II-Phase und das Weihnachtsgeschäft organisatorisch gut aufgestellt. „Wir haben für unsere daily-Produkte, die wir innerhalb von 24 Stunden in Österreich ausliefern, eine Lagerhaltung gemacht, sodass die Produzenten uns nur einmal pro Woche anliefern“, erklärt Neuwirth.

Zeit fehlt derzeit allerdings, um neue Produzenten mit ins Boot zu nehmen, die im Digitalisierungspaket (990 Euro) ihren Betrieb und ihre Produkte „onlinefähig“ gemacht bekommen. „Das schaffen wir aktuell nicht“, lächelt Neuwirth und konzentriert sich auf die Versandlogistik. 2.000 Pakete und mehr sind keine Seltenheit, die derzeit täglich verschickt werden.

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