Das Ja-Wort muss warten

Erstellt am 15. April 2020 | 04:23
Lesezeit: 4 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7852376_erl16region_0104_inshot_Hochzeit_Theres
Das Coronavirus trifft alle Paare hart, die sich in diesem Frühjahr (gemeinsam mit all ihren Liebsten) das Ja-Wort geben wollten. Die meisten Hochzeiten wurden verschoben. Eine Hochzeit mit mehr als fünf anwesenden Personen – wie im Bild in der Pfarrkirche Steinakirchen am Forst – wird es vorerst nicht geben.
Foto: Daniel Schalhas
Große Hochzeiten dürfen in den kommenden Monaten nicht gefeiert werden.
Werbung
Anzeige

Das Coronavirus entpuppte sich als wahrer „Hochzeitscrasher“ für viele Paare im Mostviertel. Die NÖN hat sich an den beliebtesten Locations umgehört.

Als absoluter Hochzeits-Hotspot im Bezirk Melk sind alle Trauungen im Stift Melk vorerst abgesagt. Ausweichtermine werden gesucht – für die Hochzeit von Star-Tenor Michael Schade, der auch die nunmehr abgesagten Barocktage kuratiert, hat man bereits einen gefunden. Die Promi-Hochzeit findet im Juni im barocken Kloster statt.

„Die Brautpaare sind sehr flexibel und oft auch bereit, auf einen Werktags-Termin auszuweichen.“Elisabeth Selner, Mostlandhof Purgstall

Den traumhaften Ausblick vom Taferlberg auf die Donau nützen viele Hochzeitspaare als perfekte Fotokulisse für ihre Hochzeitsbilder. Passend dazu die vorangegangene Trauung in der Basilika Maria Taferl und krönender Abschluss ist für viele die Hochzeitsfeier im Hotel Schachner. Doch für viele platzte wegen Corona der Traum einer idyllischen Eheschließung im Wonnemonat Mai und darüber hinaus. So wie in der Basilika mussten auch viele Feiern im familär geführten Hotel Schachner verschoben werden.

„Wir mussten insgesamt 15 Termine verschieben“, berichtet Marie Schachner. Ein Teil kann noch heuer durchgeführt werden, doch der Großteil geht nächstes Jahr über die Bühne. „Da wir immer schon im Vorhinein ausgebucht sind, sind solche Verschiebungen auch für uns eine Challenge“, erklärt Schachner. Aber jeder, der bei ihnen gebucht hat, soll nicht um seine Traumhochzeit fallen: „Wir freuen uns, dass die Hochzeiten trotzdem stattfinden, auch wenn zu einem späteren Zeitpunkt.“

Tipp: Die Hochzeit um ein Jahr verschieben

Eine vor allem bei größeren Hochzeitsgesellschaften beliebte Location ist die Haager Mostviertelhalle. Dass die Halle auch für andere Veranstaltungen gut gebucht ist, stellt Hochzeitspaare nun vor ein Problem. „Im Herbst sind alle Wochenenden voll. Hochzeiten wären da maximal unter der Woche möglich“, macht Hallenmanager Bert Wieser Paaren, die ihre Hochzeit in den Herbst verschieben möchten, wenig Hoffnung. Er rät ihnen, diese um genau ein Jahr zu verschieben. Dadurch wachse die Wahrscheinlichkeit auf eine „normale“ Hochzeit ohne Mundschutz und vorgeschriebene Verhaltensregeln. „Heuer wird man bei einer Hochzeit nicht glücklich werden. Wenn man Abstand halten muss und daher nicht tanzen kann, hat eine Hochzeit ja keinen Style“, erklärt Wieser.

Hochzeiten haben auch im Schloss an der Eisenstraße in Waidhofen einen beträchtlichen Anteil am Geschäft. An die 40 Brautpaare geben sich hier jährlich das Ja-Wort. Die Hochzeitssaison beginne üblicherweise nach Ostern und dauere bis Ende Oktober, erzählt Betreiber Hannes Scheiblauer. Wie es auf diesem Sektor heuer ausschauen wird, kann der Hotelier nicht sagen. Die schrittweise Öffnung der Hotels wurde nun frühestens ab Mitte Mai in Aussicht gestellt, Veranstaltungen sind vorerst bis Ende Juni verboten. „Die Ankündigungen der Regierung sind noch sehr vage. Zu Hochzeiten gibt es bislang noch keine Aussagen“, sagt Scheiblauer. „Wir sind derzeit mit vielen Brautpaaren im Gespräch und unsere Empfehlung lautet, bis Ende Juni abzuwarten. Da eine Hochzeit aber großen organisatorischen Aufwand mit sich bringt, gehe ich davon aus, dass viele Hochzeiten auf das nächste Jahr verschoben werden.“

Ab April jedes Wochenende eine Hochzeitsfeier – so hätte die Hochzeitssaison auf dem Mostlandhof bei Purgstall heuer aussehen sollen. Geschäftsführerin Elisabeth Selner begegnet den Verschiebungen mit Gelassenheit und plant mit den Brautpaaren schon konkrete Ersatztermine: „Die Brautpaare sind glücklicherweise sehr flexibel. Da wir für 2021 schon viele Wochenend-Reservierungen für andere Hochzeiten hatten, sind die Paare oft auch bereit, auf einen Werktags-Termin auszuweichen.“

Werbung