Blasmusik im Bez. Scheibbs: „Ohne Musiprob‘ am Freitag fehlt dir was“

Erstellt am 16. Februar 2022 | 05:13
Lesezeit: 3 Min
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Bald beginnen in den Kapellen des Bezirks wieder die regelmäßigen Proben: BAG-Obmann Werner Pitzl (Werkskapelle Busatis), Bezirkskapellmeister Andreas Prüller (Trachtenkapelle Reinsberg) und Bezirks-Jugendreferent Siegfried Rabl (Stadtkapelle Scheibbs). BAG steht für Bezirksarbeitsgemeinschaft im Bund der NÖ Blasmusikkapellen.
Foto: Karin Katona
Blasmusik erwacht zu neuem Leben. NÖN bat BAG-Obmann, Bezirkskapellmeister und Bezirks-Jugendreferent zum Gespräch.
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Die vergangenen zwei Jahre waren bei den Blasmusik-Kapellen im Bezirk von Proben-Stillstand und abgesagten Konzerten geprägt. Jetzt erwacht die „Musi“ wieder – und setzte mit dem Bewerb „Spiel in kleinen Gruppen“ am vergangenen Samstagnachmittag in Gresten ein kräftiges Lebenszeichen.

Die NÖN hat BAG-Bezirksobmann Werner Pitzl, Bezirkskapellmeister Andreas Prüller und Jugendreferent Siegfried Rabl nach dem Bewerb zum Gespräch. Wie geht es der Blasmusik heute? „Die Musiker wollen unbedingt wieder spielen. Ohne Musiprob‘ am Freitag fehlt dir was“, sagt Werner Pitzl, Obmann der Bezirksarbeitsgemeinschaft der NÖ Blasmusik. „Und auch das Publikum freut sich wieder auf die Blasmusik.“ Probleme durch die lange Zeit der unregelmäßigen Proben erwartet sich Bezirkskapellmeister Andreas Prüller von der Trachtenkapelle Reinsberg nicht: „Wir haben immer versucht, nicht aus dem Fokus zu geraten, haben Präsenz gezeigt. Haben vermittelt: Die Musik ist nicht weg, es gibt auch ein Morgen. Innerhalb von 14 Tagen hat sich alles wieder eingespielt und wir starten durch.“

Blasmusik heute ist weg vom traditionellen Klischee

Natürlich sei es nicht leicht gewesen, die Kapellen zwei Jahre hindurch am Laufen zu halten. „Darum ist es uns wichtig, dass die 2G-Regel fällt. Alle Musikanten investieren ihre Zeit ehrenamtlich, da brauchen wir keine Spaltung. Die Vereine müssen zusammenhalten, Trennendes soll draußen bleiben“, sagt BAG-Obmann Pitzl. Denn das Um und Auf, das weiß auch BAG-Jugendreferent Siegfried Rabl von der Stadtkapelle Scheibbs, ist bei den Kapellen der soziale Aspekt. „Es entsteht eine einzigartige Gemeinschaft. Diese Verbindung müssen wir bewahren“, sagt Rabl.

Unlängst hat mir eine Mutter gesagt, dass sie ihren Buben gern in die Kapelle gibt, weil sie weiß, dass er bei uns in guten Händen ist. Sprich: Die Eltern setzen großes Vertrauen in uns, weil sie wissen, dass ihre Kinder in unserer Gemeinschaft eingebettet sind.“ Den Kapellen im Bezirk, freut sich Bezirkskapellmeister Andreas Prüller, gehe der Nachwuchs nicht aus: „Dazu tragen auch Veranstaltungen wie das ‚Woodstock der Blasmusik‘ bei, das gezeigt hat, wie unkonventionell Blasmusik sein kann.“ Generell seien die Konzert-Programme interessanter und vielfältiger geworden: „Wir sind längst weg vom reinen Marsch- und Polka-Klischee. Das gehört natürlich weiterhin dazu, aber die Blasmusik kann viel mehr und bietet für jeden Geschmack etwas.“

Die beste Werbung für eine Kapelle sei jedoch „sauber gespielte Gebrauchsmusik, bei Veranstaltungen, Begräbnissen, Messen, kirchlichen Umzügen. Das muss passen, da zeigt die Kapelle ihr Können. Das Niveau durch die bessere Ausbildung extrem gestiegen. So bekommen auch die Jungen Lust auf Blasmusik.“

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