Pressekonferenz: Ein neues Zeitalter für ZKW

Für den Ausbau seines Geschäfts mit Autoteilen übernimmt der südkoreanische Elektronikhersteller LG Electronics um mehr als 1,1 Mrd. Euro den niederösterreichischen Licht- und Elektroniksystem-Spezialisten ZKW.

Erstellt am 26. April 2018 | 13:40
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Die ZKW-Gruppe lud anlässlich der Übernahme am Donnerstag um 14:00 Uhr zu einer Pressekonferenz mit dem Thema "Zukünftige Unternehmensentwicklung": 

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Der bisherige ZKW-Eigentümer Ulrich Mommert sei inzwischen 77 Jahre alt und habe schon länger nach einer langfristigen Absicherung des Unternehmens mit den Standorten in Österreich gesucht, sagte ZKW-Vizepräsident für Strategie, Roland Wöss, zur Verkaufsmotivation. Interesse an der Übernahme habe es von vielen Seiten gegeben, Verhandlungen gebe es schon lange. LG-Electronics Vizepräsident Jin-Yong Kim verwies heute in Wien im Gespräch mit Journalisten darauf, dass Mommert das Verständnis für die österreichischen Standorte besonders wichtig gewesen sei.

Deshalb habe es auch diese ungewöhnlich lange Standortgarantie gegeben. Kim dazu: LG stehe für Harmonie, Tradition und örtliche Gemeinschaft, "so, don't worry". Sympathie für Österreich gebe es immer, schon der erste Präsident des Landes sei ja mit einer Österreicherin verheiratet gewesen, lächelt Kim. An den Standorten in Niederösterreich habe es von den Mitarbeitern Applaus gegeben, als das Ergebnis heute unmittelbar nach dem Abschluss der Verhandlungen verkündet wurde, sagte Wöss.

„ZKW beschreitet mit dieser Übernahme ein neues Zeitalter. Der Schritt war für uns trotz der sehr guten Umsatzzahlen des Vorjahres wichtig, um auch in Zukunft bei den neuen Technologien vorne in der obersten Liga mitspielen zu können. Alleine – ohne Parter – hätten wir das nicht geschafft.“

ZKW-Chef Oliver Schubert sagte, es entstehe ein Unternehmensverbund "mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten". Ziel sei es, bis 2025 einer der Top-Zulieferer im Autobereich zu werden. Besondere Hoffnung setzt man darauf, die Beleuchtungssysteme von ZKW mit Sensoren zu ergänzen. ZKW ist bei Scheinwerfern und der Beleuchtung vorne sehr stark, LG hat vor allem hintere Beleuchtung, auch wenn dieses Geschäftsfeld noch kleiner ist. Für autonomes Fahren wird eine rundum intelligente Beleuchtung nötig sein, die allenfalls auch Signale nach außen abgeben kann. Dafür könne das Know-how der beiden Unternehmen zusammengeführt werden.

„Für die beiden niederösterreichischen Standorte in Wieselburg und Wiener Neustadt bedeutet das eine Sicherheit für die Zukunft. LG hat  in Europa keine eigenen Standorte und beschreitet mit dem Automotiv-Lichtsysteme-Bereich ein völlig neues Geschäftsfeld. Das bedeutet kein gegenseitiges Zerfleischen sondern ein gemeinsames Wachsen und Entwickeln“, betont ZKW CEO Oliver Schubert.

Für österreichische Standorte und die Mitarbeiter sind vertraglich eine mindestens fünfjährige Standort- und Beschäftigungsgarantie gegeben.

Der Name ZKW bleibt erhalten

Das aktuelle ZKW Management Board mit CEO Oliver Schubert an der Spitze bleibt unverändert und wird autonom den Automotiv-Bereich für LG führen.

Entscheidungen fielen heute früh. Gleich im Anschluss hat die ZKW Geschäftsführung in allen Standorten die Mitarbeiter informiert. „In Wieselburg etwa waren rund 1.800 Mitarbeiter anwesend und es gab großen Applaus“, berichtet ZKW Pressesprecher Roland Wöss. Und auch in Wiener Neustadt wurde die Nachricht überaus positiv von den Mitarbeitern aufgenommen. „Unsere Leute sehen die einmalige Entwicklungs- und weiteren Wachtsumschancen, die sich durch diese Übernahme ergeben“, betont Wöss.

Alle Hintergründe zur Übernahme findet ihr hier: