Schäden gehen in die Millionen im Bezirk Scheibbs

Schadenskommissionen dokumentieren die Folgen der schweren Unwetter. Wieselburg -Land schätzt 3,5 Millionen Euro.

Claudia Christ
Claudia Christ Erstellt am 27. Juli 2021 | 08:43
440_0008_8137123_erl30wieselburg_aufraeumen_hw1.jpg
Foto: FF Wieselburg

Nach Ende der Aufräumarbeiten nach den Unwettern und Überflutungen werden nun die Schäden deutlich sichtbar. Besonders hoch sind diese im Kleinen Erlauftal.

Um die 100 Liegenschaften sind es allein in Wolfpassing, 80 davon waren stärker betroffen, in mehr als 20 stand das Wasser sogar im Wohnbereich. Betroffen waren alle Ortsteile. Nicht nur für Private, sondern für die Allgemeinheit spürbar ist der Schaden an der Ordination von Doktor Anton Danzer.

Anzeige

„Die Schäden sind ganz massiv“
Friedrich Salzer, Bürgermeister Wolfpassing

„Er musste die Ordination einstellen, vier Wochen lang ist jetzt fix zu. Die Schäden sind ganz massiv“, erzählt Bürgermeister Friedrich Salzer (ÖVP). Auf rund 100.000 Euro schätzt er den Schaden, der an Gemeindeamt, Bauhof, Schlossstadl und Kindergarten entstanden ist.

„Die Niederschlagswerte liegen deutlich über einem 100-jährlichen Ereignis. Darauf konnten wir uns einfach nicht vorbereiten“ Friedrich Salzer

„Hohe Schäden gibt es leider auch in der Landwirtschaft“, ergänzt Salzer. Er war bereits mit der Schadenskommission in Wolfpassing unterwegs, in den nächsten Tagen stehen weitere Begutachtungen an. „Dass uns als Gemeinde so ein Schaden durch den Hummelbach erwartet, hatten wir auch nie gedacht. Die Niederschlagswerte liegen deutlich über einem 100-jährlichen Ereignis. Darauf konnten wir uns einfach nicht vorbereiten“, ist der Ortschef immer noch fassungslos.

In Wieselburg-Land spielten sich ähnliche Szenen ab. Bürgermeister Karl Gerstl (ÖVP) schätzt den Schaden auf bis zu 3,5 Millionen Euro. Auch er hat schon etliche der rund 57 betroffenen Liegenschaften besichtigt. In der nächsten Woche finden weitere Begehungen statt.

„Den Marbach kennen wir so nicht. Und auch der Ströblitzbach ist richtig zornig geworden.“
Karl Gerstl, Bürgermeister Wieselburg-Land

„Den Marbach kennen wir so nicht. Und auch der Ströblitzbach ist richtig zornig geworden. Es sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen“, fasst Gerstl den vergangenen Sonntag zusammen. Für einige Problempunkte – etwa die Grestner Straße sowie die Ortsteile Gumprechtsfelden und Wechling – will er demnächst Lösungen finden und Maßnahmen setzen.

Noch keine konkrete Summe in Steinakirchen

Für Steinakirchen kann Bürgermeister Wolfgang Pöhacker noch keine konkrete Schadenssumme nennen. „Die Begehungen dauern noch. Immer wieder kommen Schadensmeldungen hinzu“, informiert er. Aktuell haben um die zehn Liegenschaften Schaden gemeldet, dazu kommen sehr viele Güterwege, die es „voll erwischt hat“.

Im Lagerhaus Purgstall wurden vor allem das Freilager der Baustoff-Abteilung und der Abstellplatz des Steyr-Centers zum See. „Das rasche Eingreifen der FF Purgstall hat uns vor Schlimmerem gerettet, sagen Johannes Gindl, Leiter der Baustoffabteilung, und Anton Leonhardsberger, Werkmeister im Steyr-Center. Der Schaden sei überschaubar, die Schadenssumme werde derzeit erhoben.

Glimpflicher Ausgang in Wieselburg und Göstling

Noch relativ glimpflich davongekommen ist man in Wieselburg und Göstling. In Wieselburg sind bis zur Wochenmitte 16 Schadensmeldungen auf der Gemeinde eingelangt. „Bei den Überflutungen im Vorjahr hatten wir im Vergleich dazu über 60“, sagt Bürgermeister Josef Leitner. In Göstling, wo vor allem das Steinbachtal betroffen war, steht die Schadenssumme noch nicht konkret fest.

Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis das vollständige Schadensausmaß der starken Regenfälle bezirksweit beziffert werden kann und die Betroffenen ihre Entschädigungen bekommen.