NMS Scheibbs: Andreas Handl geht in Pension. Nach 39 Jahren an der Haupt- beziehungsweise Neuen Mittelschule Scheibbs geht Andreas Handl in seine letzte Schulwoche.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 27. Juni 2018 (05:20)
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Andreas Handl geht in seine letzte Schulwoche. Ab September ist er Pensionist. „Fad wir mir nicht. Sportschießen, Motorradfahren, Schnitzen, Bildhauern, Wandern – es wartet einiges auf mich“, lächelt der 62-jährige Neubrucker.

Für Andreas Handl ist am Montag seine letzte aktive Schulwoche angebrochen. Den Schulstart im Herbst wird der 62-Jährige bereits als Pensionist mitverfolgen. Am 31. August hat Handl seinen letzten Arbeitstag.

Seit 1979, direkt nach der Ausbildung an der Pädagogischen Akademie in Krems, ist Handl Lehrer an der Sporthaupt- beziehungsweise Sportmittelschule Scheibbs. Mit Februar 2002 folgte er Hans-Georg Knoll als Direktor der größten Hauptschule im Bezirk, nachdem er zuvor schon ein halbes Jahr die provisorische Leitung inne hatte. „Das war ein einschneidender Schritt. Denn Direktor und Lehrer sind zwei völlig unterschiedliche Berufsfelder“, weiß Handl.

„Auch wenn nach 39 Jahren sicher etwas Wehmut mitschwingt, freue ich mich auf den neuen Abschnitt meines Lebens.“Andreas Handl

In Scheibbs begann er 1979 als Physiklehrer, obwohl er an der PädAK eigentlich die Ausbildung für Mathematik und Bildnerische Erziehung absolviert hatte. „Ich habe dann schnell die Lehramtsprüfungen in Physik und Chemie und später auch noch in Informatik nachgeholt und eben diese Fächer sowie Mathematik in Scheibbs unterrichtet. In BE waren es nur sporadische Supplierstunden“, erzählt Handl.

Als er 2002 die Leitung der Schule übernahm, hatte die SHS Scheibbs 16 Klassen und 418 Schüler. Heute sind es zwölf Klassen und 277 Schüler. „Aber nicht, weil immer mehr Kinder in die Gymnasien gegangen wären. Im Gegenteil. Es sind einfach geburtenschwächere Jahrgänge“, weiß Handl, der sich immer als Förderer des sportlichen Schwerpunktes der Schule gezeigt hat.

Dabei ist für ihn die breite Basis wichtig. „Wir haben den Sportzweig evaluiert und überlegt, ob wir ein spezifischeres Angebot wählen sollen. Aber sowohl Lehrer, als auch Schüler und Eltern haben sich für ein breites Sportangebot ausgesprochen. Der Zulauf ist ungebremst. Heuer hatten wir 43 Anmeldungen, können aber nur 25 nehmen“, weiß Handl.

Aufsehen um „Kussverbot“-Affäre 2006

Als Direktor legte Handl – er ist der am längsten dienende Direktor der 1894 gegründeten Schule – vor allem Wert, dass sich Schüler, Lehrer und Eltern wohl fühlen. Verschiedenste Schritte waren dazu notwendig. „In meinen ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf den Bereichen Erziehung und dem Zusammenleben in der Schule“, erinnert sich Handl. In diese Zeit fiel auch die „Kussverbot“-Affäre, die medial 2006 für enormes Aufsehen sorgte.

Küssen und Umarmungen unter den Schülern waren am Schulgelände „verboten“. Das war für Handl keine leichte Phase. Heute kostet ihm das nur mehr ein Schulterzucken. „Da wurde viel aufgebauscht. Aber lustig war das nicht – für die gesamte Schule“, sagt Handl.

Am Weg zur Wohlfühlschule gab es viele Verbesserungen der Rahmenbedingungen. Sei es mit Sitzgruppen am Gang, die auch für flexiblen offenen Unterricht genutzt werden, bis hin zu WLan-Verbindungen in allen Klassen. Technische Ausstattung und Anforderungsprofil haben sich ebenso wie die Unterrichtsformen in diesen letzten 17 Schuljahren enorm verändert.

Die letzten Wochen an „seiner“ Schule will Handl auch nützen, um die Schule geordnet zu übergeben. Handl hofft, dass bis Mitte Juli eine Nachfolge-Entscheidung gefallen ist. Es gibt jedenfalls zwei Bewerber für den Direktorsposten in Scheibbs – davon einen externen. Übrigens: Die letzten sechs Scheibbser Direktoren kamen alle aus dem Lehrkörper.