Neubacher – ein Wieselburger Original. Am Freitag verstarb Bäckermeister Josef Neubacher (87). „Musi“ war Ehrenmitglied in vielen Wieselburger Vereinen und hinterließ viele Spuren in der Braustadt.

Erstellt am 29. September 2014 (13:04)
NOEN, zVg
Am Freitag verstarb Bäckermeister Josef »Musi« Neubacher (87).

Als sein geliebtes Wieselburger Fußballteam am Freitag gegen den SC Kilb aufs Feld lief, ging Josef Neubacher (Foto) im Landesklinikum Scheibbs in seinen letzten Zweikampf. Um 19.15 Uhr hörte das Ehrenmitglied des SC Raika Wieselburg zu atmen auf. „Musi“, wie ihn seine Freunde nannten, verstarb im 88. Lebensjahr.

Fixe Größe in Fußball und Turnverein

Sport war immer sein Leben gewesen. In der Braustadt hinterließ der Bäckermeister und Gastwirt gleich bei mehreren Vereinen Spuren – insbesondere in der Jugendarbeit. Genau vor 50 Jahren schoss sich eine Juniorenmannschaft aus Wieselburg zum Landesmeistertitel, im Finale feierte sie einen 6:4-Sieg gegen Bruck.

Als stolzer Nachwuchsleiter stand Josef Neubacher an der Seitenlinie. Die Aufstellung von damals und vom darauf folgenden Ehrenspiel gegen Rapid wusste der überzeugte Austrianer noch Jahre später auswendig.

Aber auch im Turnverein war Josef Neubacher eine fixe Größe. Generationen von Wieselburgern erlernten bei ihm den Felgaufschwung oder die Hechtrolle. Der Applaus, den seine Schützlinge beim alljährlichen Schauturnen in der alten Stadthalle einheimsten, galt auch und vor allem ihm.

Auch Fischen und Wandern als Leidenschaften

Josef Neubacher war darüberhinaus ein leidenschaftlicher Fischer. Die Teiche in Breiteneich wurden ihm zur zweiten Heimat, die Hochseefischereifahrten nach Dänemark organisierte er vom Schreibtisch im Wohnzimmer aus.

Beim Wanderverein half „Musi“ ebenfalls als Funktionär an vorderster Stelle tatkräftig mit, beim ESV Wechling war er als Stockschütze aktiv. Kurzum: Der Bäckermeister und Gastwirt aus der Mankerstraße widmete sich zeitlebens den Wieselburger Vereinen, ohne dabei je ein pingeliger Vereinsmeier zu werden.

Mit „Musi“ starb ein Stück des alten Wieselburgs

Im Extrazimmer seines Gasthauses genoss Josef Neubacher das Kartenspiel mit seinen Gästen. Mal schaute er ihnen über die Schultern, mal schnapste er selbst mit. Noch vor wenigen Monaten, als die Demenz sich immer stärker ausbreitete, schüttelte er im Spiel mit seinen Enkeln wie selbstverständlich die Asse aus dem Ärmel. Einen „Vierz’ger“ verlernt man nicht.

Mit Josef Neubacher, dem dreifachen Vater, achtfachen Großvater und siebenfachen Uropa, starb auch ein Stück des alten Wieselburgs.

Das Begräbnis findet am kommenden Mittwoch (1. Oktober) um 14 Uhr in der Pfarrkirche Wieselburg statt, die Gebetsstunde am Dienstag um 19 Uhr.