„Sperrstunde“ für Lackenhofs Teichwies’n Alm. Seit Dienstag ist das Geschäft von Martin Selinger zu. Nur vorübergehend, wie er hofft.

Von Claudia Christ. Erstellt am 30. September 2020 (05:52)
Kaufmann und Pub/Café-Betreiber Martin Selinger mit Stammkunden Karl Teufel. Seit Dienstag ist sein Betrieb, wie er hofft nur vorübergehend, geschlossen.
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Kaufmann Martin Selinger setzt nun Taten: Bereits im Juli kündigte der Kaufmann und Barbetreiber der Teichwies’n Alm aus gesundheitlichen Gründen die Vergabe seines Betriebes an.

Am vergangenen Dienstag war es dann soweit. Selinger sperrte die Eingangstür des Nahversorgers zum letzten Mal auf. „Jetzt kann ich mich intensiv um die Suche nach einem Nachfolger kümmern“, betont er. Interessenten gab es laut Selinger seit dem Erscheinen des NÖN-Berichtes im Juli (siehe unten) bereits.

„Vier waren es konkret. Ein Interessent ist von weiter weg, die anderen kommen aus der Region“, so der 38-Jährige, dem der Schritt nicht leicht fällt.

„Jetzt kann ich mich intensiv um die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für die Teichwies’n Alm kümmern.“Martin Selinger

Wehmut überkam ihn in den vergangenen Tagen oftmals: „Ich habe sechs Jahre lang meine ganze Kraft in das Projekt gesteckt. Mit dem angekündigten Lockdown am 13. März hat sich auch mein Leben verändert. Da bin ich völlig überraschend umgefallen. Das war für mich ein Zeichen, dass ich kürzertreten muss.“

Die Befürchtung, keinen Nachfolger zu finden, hat Selinger jedoch nicht: „Denn in der Sommer- und auch Wintersaison bringt das Geschäft guten Umsatz ein. Außerdem ist das gesamte Equipment vorhanden.“

„Neben den Einheimischen gibt es auch viele Gäste in den Ferienwohnungen, die jetzt nicht einmal das tägliche Brot im Ort kaufen können.“ SP-Bürgermeisterin Renate Rakwetz

Wie es mit dem einzigen Nahversorger im Skiort weitergehen wird, darüber macht sich auch SP-Bürgermeisterin Renate Rakwetz viele Gedanken: „Ich habe natürlich versucht, bei der Suche nach einem Nachfolger behilflich zu sein und auch mit der Firma Kastner (Nah&Frisch) Kontakt aufgenommen. Bisher jedoch leider ohne Erfolg.“

Für den Ort selbst ist die Situation nicht einfach. „Denn neben den Einheimischen gibt es auch viele Gäste in den Ferienwohnungen, die jetzt nicht einmal das tägliche Brot im Ort kaufen können“, sagt die Bürgermeisterin, die dennoch hofft, dass sich quasi in letzter Minute, zum Start der Wintersaison, doch noch ein Pächter für das Geschäftslokal finden wird.