Kreuzritter brachten Krokusse nach Gresten. Nachdem im Vorjahr die Krokusblüte praktisch ausfiel, bzw. nur ganz spärlich auf wenige Tage beschränkt war, präsentiert sich die etwa 1,5 Hektar große Wiese des Landwirtes Franz Ebner in Schadneramt 34, vulgo „Scharschmidthofstatt“, heuer wieder als einzigartiges  Naturschauspiel im Herzen von Mitteleuropa.

Von Hans Karner. Erstellt am 25. März 2019 (19:53)

Auf die Frage, wie die Krokusse von Kleinasien nach Gresten kamen, gibt „der“ Diözesanhistoriker des 19. Jahrhunderts Dr. Anton Kerschbaumer eine klare Antwort. In seinem 1859 erschienenen Buch „Vaterländische Geschichte der Kreuzzüge – Coloman von Hausegg“ dass Coloman ab 1101 von seinen „Auslandseinsätzen“ mit Safran und andere bei uns nicht bekannte Pflanzen heinkehrte.

Dann brauchte es nicht viel Phantasie, dass Krokusse vom kargen Garten der heutigen Ruine Oberhausegg in die erdige Suttengresten gelangten. Hier wird 1142 der Verwandte Kreuzritter Coloman „Berengard Hawsec, ministerale Austriae“ in einem Lehensbrief von Bischof  Heinrich v. Regensburg erstmals erwähnt.

Einige Jahrhunderte später spielt der Zufall Regie. Kerschbaumers Jugendfreund Franz Schmidinger wird 1838 Pfarrer in Gresten. So nützte der Kirchenhistoriker und spätere Titularabt des Stiftes Ardagger die Chance, im Archiv des Schlosses zu forschen, was ihm Patronatsherr Josef  v. Knorr gerne gewährte.