Dagmar Bernhard: „Vor Publikum zu spielen hat gefehlt“. Schauspielerin Dagmar Bernhard erzählt, wie sich die Rückkehr auf die Bühne anfühlt.

Von Anna Faltner. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:08)
440_0008_8101453_erl24wieselburg_dagmarbernhard1.jpg
Von 16. Juli bis 14. August steht Dagmar Bernhard auf der Bühne der Wachauarena in Melk.
Georg Buxhofer, Georg Buxhofer

Die Sommerspiele Melk feiern am Mittwoch Premiere mit dem Schauspiel „Die 10 Gebote – #wiewirlebenwollen“. Mit auf der Bühne steht auch wieder die gebürtige Wieselburgerin Dagmar Bernhard. Die NÖN bat die Schauspielerin zum Gespräch.

NÖN: Ein paar Tage sind es noch zur Premiere. Wie ist das Gefühl nach der langen spielfreien Zeit?

Dagmar Bernhard: Ich freue mich sehr, wieder vor Publikum spielen zu dürfen. Das hat mir sehr gefehlt. Den Effekt nach langer Zeit auf der Bühne zu stehen, hatte ich vor eineinhalb Wochen bereits in der Wachauarena. Das Gefühl vorher war irgendwie surreal, doch nach ein paar Minuten war man schon wieder drin. Das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht.

Wie fühlt es sich an, nun wieder auf der Bühne zu stehen?

Schauspielerin ohne Bühne oder Publikum fühlt sich an wie ein Fisch ohne Wasser zu sein. Es ist unser Lebenselixier, durch die Bühne wird unsere Kunst sichtbar.

Wie haben die Probenarbeiten funktioniert?

Die Probenarbeit war anfangs etwas schwieriger, weil wir lange Zeit mit Masken proben mussten, wo eben Mimik oder leise Töne nicht geprobt werden konnten. Lustigerweise hört man auch schlechter mit Maske, das ist ein Phänomen. Das hat uns schon herausgefordert. Und wir müssen testen, bis der Arzt kommt – oder besser gesagt – eben nicht kommt. Aber künstlerisch läufts mit diesen wunderbaren Kollegen, wie immer, wie am Schnürchen.

Welche Rolle(n) verkörpern Sie?

Da es sich um zehn Dramolette/Stücke/Stile von zehn Autoren handelt, habe ich sieben verschiedene Rollen in den verschiedensten Varianten. Also sehr vielschichtig – von tragisch bis lustig.

Welche Lehren zieht man selbst aus dem Stück?

Die erste Lehre, die ich gezogen habe, war, dass ich die zehn Gebote nicht mehr auswendig konnte (lacht).

Warum sollte man sich „Die 10 Gebote“ ansehen?

Zuallererst erwartet den Zuschauer endlich wieder ein Liveerlebnis mit allem, was dazugehört. Nicht nur die Schauspieler, sondern auch das Publikum ist ausgehungert nach einem packenden Theaterabend. Ich denke, es ist für jeden etwas dabei, etwas zum Lachen, zum Weinen, zum Staunen und Nachdenken. Dazwischen darf man noch dem wunderbaren Spiel von Otto Lechner auf dem Akkordeon lauschen.

Die Sommerspiele Melk sind ja schon fast zur fixen Bühne für Sie geworden. Warum eigentlich?

Ich bin jetzt zum fünften Mal hier. Jedoch mit Unterbrechungen wegen anderer Projekte. Ich komme immer wieder gerne hierher. Erstens, weil ich das Stück und die Revue machen kann, das bietet mir Abwechslung. Zweitens habe ich hier Freunde und Familie in der Nähe und drittens verbringe ich echt gern Zeit in der Wachau. Muss ich noch mehr aufzählen?