Bauern-Landeskammerrat Josef Handl: Mehr Arbeit, weniger Ertrag

Erstellt am 18. Februar 2022 | 06:02
Lesezeit: 2 Min
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Josef Handl bei seinen Kühen im Stall.
Foto: Eplinger
Den Bauern bleibe immer weniger Geld im Börsel, sagt Landeskammerrat Josef Handl (UBV) und fürchtet weiteres Bauernsterben.
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Seit 2008 führt Josef Handl den Milchviehbetrieb in Hörmannsberg. Er hat den Betrieb von seinen Eltern übernommen, bewirtschaftet rund 64 Hektar (davon 30 Hektar Eigengrund) und hat 65 Milchkühe und Jungtiere in seinem Stall stehen.

Aktuell erhält Handl rund 44 Cent pro Liter von der NÖM. Bis vor Kurzem waren das noch 37 Cent. „Der Milchpreis ist erst im November gestiegen. Und das war wichtig“, sagt Handl, denn die Inflationsrate hätte auch sämtliche anderen Produkte deutlich verteuert. So zahlt er für 1.000 Liter Diesel jetzt 1.399 Euro. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 1.116 Euro und 2020 bei 820 Euro. „Wir brauchen im Jahr zwischen 15.000 und 18.000 Liter Diesel“, rechnet Handl vor. Auch der Preis beim Sojafutter hätte sich in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt (von 44,20 Euro/100 kg auf 79,90 Euro). Bei einem Monatsbedarf von rund 3.000 kg eine nicht zu vernachlässigende Preissteigerung. Zu guter Letzt führt Handl noch die Steigerung beim Stickstoffdünger an. Kostete die Tonne im Vorjahr noch 235 Euro, so liegt ihr Preis aktuell bei 720 Euro. Handl braucht 15 Tonnen pro Jahr.

All diese Mehrkosten werden bei den Landwirten nirgends gedeckt, kritisiert Handl: „Es fehlt in der Landwirtschaft der Inflationsausgleich.“ Das spüre man jetzt auch bei der GAP-Strategie. Künftig sinkt die Flächenprämie für den Hektar. „Das können wir mit zusätzlichen Auflagen teilweise wettmachen. Aber Maßnahmen wie der siebenprozentige Biodiversitätsflächenanteil bedeuten insgesamt für die Landwirte mehr Arbeit und weniger Ertrag“, sagt Handl. Und die 12 Euro Förderung pro Baum seien „nett, aber wenn ein Baum mehr wert sein soll, geht das nicht über Förderungen, sondern dann muss das Obst mehr Ertrag bringen“, fordert Handl zu einem Umdenken auf.

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