Brandkatastrophe in Käserei: „Müssen ganz neu anfangen“. Familie Enner bereitet Brandruinen von Wohnhaus und Stall auf den Abbruch vor. Danach wird neu aufgebaut.

Von Karin Katona. Erstellt am 21. Mai 2019 (04:40)
Franz Reiterer
150 Feuerwehrleute von 12 Wehren waren am Brandort im Einsatz. Thomas und Isabella Enner – im Bild mit Sohn Sebastian – ist es ein Anliegen, den Einsatzkräften und Ersthelfern zu danken: „Die Hilfsbereitschaft, auch jetzt nach dem Brand, ist überwältigend.“

Eine Woche ist seit dem verheerenden Brand in der Hofkäserei Enner in Oberndorf vergangen, jetzt sind die Auswirkungen klar: „Das Feuer hat fast alles vernichtet, was wir hatten. Mit der Versicherung ist glücklicherweise alles geklärt, jetzt müssen wir wieder ganz neu anfangen.“ Ein Ziel, das die Familie jetzt mit aller Energie verfolgt – und sich dabei auf die Unterstützung vieler Helfer verlassen kann.

„Wir sind überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft“, sagen Thomas und Isabella Enner. „Es melden sich so viele Menschen, die etwas für uns tun wollen. Nachbarn, Feuerwehrkameraden, aber auch Geschäftspartner aus Nah und Fern. Auch den Einsatzkräften möchten wir für ihren selbstlosen Einsatz danken.“

„Wir sind überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft“Thomas und Isabella Enner

Den Untersuchungen der Brandexperten zufolge, berichtet Thomas Enner, sei das Feuer im Lagerraum der Hackschnitzelanlage im Betriebsgebäude ausgebrochen. „Durch die Betriebserweiterung in den vergangenen Jahren liegen Betriebsgebäude und Wohnhaus fast unmittelbar nebeneinander. Dadurch konnte der Brand sofort auf das Wohnhaus übergreifen“, schildert Thomas Enner. Der Schaden liege in Millionenhöhe:

„Die Gebäude – Käserei, Rinderstall und Wohnhaus – sind durch den Brand so beschädigt, dass an eine Sanierung nicht im entferntesten zu denken ist. Nach dem Aufräumen wird alles geschliffen und wieder neu aufgebaut“, berichtet Thomas Enner. Einzig der Schafstall auf der gegenüberliegenden Straßenseite, in dem sich 200 Muttertiere mit ihren Lämmern befinden, sei verschont geblieben. Für die Schafmilch habe man eine Notlösung gefunden: „Die Milch wird in der Zwischenzeit in der Stiftskäserei Schlierbach verarbeitet.“

Dass sie ihre Hofkäserei, in der sie seit mehr als 30 Jahren Bio-Milchprodukte und Käse von Schafen und Kühen hergestellt haben, wieder aufbauen wollen, ist für Familie Enner keine Frage: „Wir geben sicher nicht auf. Wir kommen wieder.“