Bus-Chaos: Jetzt werden Eltern aktiv. Seit Fahrplan-Umstellung haben Oberndorfer Schüler noch längere Fahrt- und Wartezeiten. Eltern sammeln jetzt Daten.

Von Karin Katona. Erstellt am 15. Oktober 2019 (04:26)
Gerhard Rötzer
Verärgert über neuen Fahrplan: Bürgermeister Walter Seiberl, Nikola Punz, Kaja Chudzik, Annika Wondraczek, Angelika Schneck, Tobias Bruckner, Annemarie Schneck und Franz Reiterer (von links).

Seit der Umstellung der VOR-Fahrpläne ist für die Oberndorfer Schüler, die nach St. Pölten auspendeln, nichts mehr beim Alten. Durch veränderte Linienführung der Busse – inklusive Streichung von Haltestellung – verlängern sich die Fahrzeiten von einer Stunde auf eineinhalb Stunden – vor der Fahrplanumstellung – auf aktuell bis zu zweieinhalb Stunden. Wegen der Auflassung von Haltestellen müssen viele Jugendliche jetzt auch längere Fußwege auf sich nehmen.

„Meine Tochter kommt, wenn man die Fahrt- und Wartezeiten dazu rechnet, jetzt auf 52 Wochenstunden. Dann muss sie aber noch zuhause lernen und Aufgaben machen“, ärgert sich Annemarie Schneck aus Oberndorf. „Warum hat man Fahrpläne, die gut funktioniert haben, über den Haufen geworfen?“ Gemeinsam mit Franz Reiterer, dessen Tochter ebenfalls in St. Pölten die Schule besucht, sammelt sie jetzt die Daten der 27 Jugendlichen, die von Oberndorf in diverse Schulen nach St. Pölten pendeln. „Wir werden mit einem Fragebogen genau auswerten, wo und wann Probleme auftreten. Nach der Auswertung geben wir die Daten gesammelt an den VOR weiter.“

„Wir haben das Gefühl, dass man uns bei der Umstellung der Fahrpläne vergessen hat.“ Annemarie Schneck, Mutter aus Oberndorf

Christina Bachmaier von der VOR-Presseabteilung gibt sich erleichtert: „Je detaillierter wir die Problemstellen kennen, desto besser können wir darauf reagieren. Wir bitten die Betroffenen jedoch um Verständnis, dass nicht alles auf einmal gehen kann. Es wird noch einige Wochen dauern, bis alle Feinadjustierungen an den Fahrplänen vorgenommen worden sind.“ VP-Bürgermeister Walter Seiberl ärgert, dass die Gemeinde bei der Fahrplanumstellung nicht einbezogen worden ist: „Gespräche mit dem VOR hat es erst nach unserer Beschwerde gegeben, eine gemeinsame Befahrung der Strecke mit VOR-Experten und Gemeindevertretern bis heute nicht, obwohl es uns versprochen wurde. Dadurch hätten sich aber viele Probleme im Vorfeld vermeiden lassen.“

Die Eltern fühlen sich von den VOR-Verantwortlichen im Stich gelassen. „Geredet hat mit uns trotz wiederholter Kontaktversuche noch niemand. Es gibt bis heute nicht einmal einen konkreten Ansprechpartner. Wir hören maximal Ausflüchte und haben das Gefühl, dass man uns mit unserem Anliegen nur hin und her schiebt“, sagt Elternvertreterin Annemarie Schneck. „Es ist gut, wenn das Angebot im öffentlichen Verkehr erweitert wird, aber der Schülerverkehr sollte dabei Priorität haben und nicht darunter leiden. Darum haben wir Eltern uns jetzt zusammengetan und werden nicht locker lassen, bis es eine zufriedenstellende Lösung für alle gibt.“

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