Nach Brandkatastrophe: Auf Schock folgt Neustart. Nach dem verheerenden Brand auf ihrem Hof beginnt für Familie Enner aus Oberndorf ein neues Leben – inklusive Neuorientierung ihres Schafzucht- und Milchbetriebs.

Von Karin Katona. Erstellt am 14. Juli 2019 (04:35)
Franz Reiterer
Familie Enner aus Oberndorf – im Bild David, Thomas, Isabella und Leonie – blickt nach dem Brand, der Wohnhaus, Stall und Käserei vernichtete, wieder positiv in die Zukunft: „Das wichtigste ist zunächst, das Wohnhaus wieder aufzubauen.“

„Wir geben nicht auf. Wir kommen wieder“ – diesen Vorsatz hatten Thomas und Isabella Enner, deren Hof samt Wohnhaus, Stall und Käserei Mitte Mai ein Raub der Flammen wurde, bereits eine Woche nach dem Brand gefasst. „In den vergangenen zwei Monaten haben wir Zeit zum Nachdenken gehabt“, schildert Isabella Enner. „Wir haben für’s erste beschlossen, den Betrieb in seiner vorherigen Form nicht wieder aufzubauen.“

Nach dem Schock brauche die Familie zum Neustart vor allem Ruhe und Stabilität. „Unser Betrieb ist seit der Gründung durch unsere Schwiegereltern 1988 kontinuierlich gewachsen. Wir haben erkannt, dass wir das, was über lange Jahre Schritt für Schritt aufgebaut worden ist, nicht einfach auf einmal wieder hinstellen können.“ Derzeit wird die Schafmilch an die Molkerei Schlierbach geliefert. „Das ist aber eine Notlösung, da der Schafmilchmarkt derzeit sehr gesättigt und angespannt ist“, erklärt Isabella Enner. Die Schafzucht und -Milchproduktion – derzeit stehen 200 Mutterschafe und 50 Lämmer im Stall, der als einziges Gebäude vom Brand verschont blieb – werde man weiterführen.

Am wichtigsten ist es für die Familie zunächst, ihr Wohnhaus wieder aufzubauen. Eine Sanierung der Brandruine ist leider nicht möglich. „Besonders für meinen Mann war es schwer, sich von seinem Elternhaus zu trennen. Aber Experten haben uns gesagt, dass die Substanz so geschädigt ist, dass es zu aufwendig und kostspielig wäre, das Haus zu sanieren. So haben wir uns schweren Herzens für den Abbruch entschieden.“ Nach dem Brand hatten die Enners bei Freunden Unterschlupf gefunden, mittlerweile haben sie einen eigenen Wohncontainer bezogen.

Noch immer, erzählt Isabella Enner, sei die Hilfsbereitschaft von Freunden, Bekannten und Kunden groß: „In diesem Ausmaß hätten wir das nie erwartet. Die Menschen wollen helfen, und zeigen uns, dass sie uns nicht vergessen haben. Dafür sind wir unendlich dankbar. Ganz besonders wollen wir uns auch bei unseren Geschäftspartnern und Kunden bedanken. Es geht aufwärts.“