Scheibbs soll erster plastiksackerlfreier Bezirk werden. Scheibbs soll erster Plastiksackerl- freier Bezirk Österreichs werden.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 20. Juni 2019 (07:00)
Franz Crepaz
Hubert Seiringer mit dem Bio Kreislauf Sackerl vor der Kompostanlage in Krügling.

Alle 18 Bürgermeister des Scheibbser Bezirks und der Gemeindeverband für Umweltschutz (GVU) haben dem Mikroplastik den Kampf angesagt. „Mikroplastik verschmutzt nicht nur unsere Weltmeere, sonder immer mehr auch unsere heimischen Gewässer, Wiesen, Felder und Wälder“, weiß Hubert Seiringer, seines Zeichens regionaler Kompostanlagenbetreiber am Kaninghof in Wieselburg-Land, Bundesobmann des Kompostverbandes und Initiator des Bündnisses „Das österreichische Bio Kreislauf Sackerl“.

„Wichtig ist ein einheitliches Layout bei den abbaubaren Bio Kreislauf Sackerln. Nur so kann die Bevölkerung wirklich sensibilisiert werden.“Hubert Seiringer

Daher haben die Gemeinden des Bezirks gemeinsam mit dem GVU und Hubert Seiringer beschlossen, als Vorreiter und Modellregion zu agieren. „Wir wollen der erste Plastiksackerl-freie Bezirk Österreichs werden. Die Plastiksackerl sollen aus dem Handel verschwinden, stattdessen sollen flächendeckend einheitliche, zertifizierte und damit wirklich 100 Prozent rückstandsfrei abbaubare Knotenbeutel verwendet werden“, erläutert Hubert Seiringer das geplante bezirksweite Plastiksackerl-Verbot.

Gemeinsamer Brief aller Bezirksbürgermeister

Alle Scheibbser Bürgermeister haben sich daher mit einem gemeinsamen Brief an das Nachhaltigkeitsministerium gewandt, um um Unterstützung bei diesem Vorhaben zu bitten. Die ehemalige Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) war bereits in Vorgesprächen „Feuer und Flamme“ für dieses Vorhaben. Durch die Abberufung der Regierung ist das Projekt jetzt allerdings ins Stocken geraten. „Elisabeth Köstinger ist unserem Projekt aber immer noch sehr positiv gegenüber eingestellt und hat uns ihre Unterstützung, egal in welcher Position, zugesagt“, weiß Seiringer, der mit dem Projekt Modellregion gerne noch heuer im Herbst starten würde.

Da die gesetzlichen Rahmenbedingungen bis dahin noch nicht verbindlich sein werden, ist eine Grundvoraussetzung, dass alle vier großen Lebensmitteleinzelhändler bei diesem Projekt fix dabei sind und in ihren Filialen das Bio-Kreislauf-Sackerl einheitlich umsetzen.

Projekt hängt an den vier großen Handelsketten

„Aktuell laufen diesbezüglich viele Gespräche. Denn die Modellregion macht nur dann Sinn, wenn wirklich alle vier Großen Handelsketten – also Rewe, Spar, Hofer und Lidl – mitmachen“, weiß Hubert Seiringer.

Der Vorteil für die großen Handelsketten wäre, dass sie im Zuge der Modellregion erste Erfahrungen im Hinblick auf die bundesweite Umsetzung des bevorstehenden „Plastiksackerlverbots“ sammeln können.

Sobald die vier Großen fix dabei sind, setzt sich der Gemeindeverband für Umweltschutz im Bezirk Scheibbs als regionaler Partner dafür ein, dass auch alle anderen Geschäfte und Händler nur noch Mehrwegtaschen oder das Biokreislaufsackerl verwenden, versichert auch GVU-Geschäftsführer Johann Wurzenberger. Wichtig sei auf alle Fälle, dass alle die einheitlichen Knotenbeutel verwenden. Denn nur so kann parallel zur Aktion auch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit gemacht und die Bevölkerung sensibilisiert werden“, betont Hubert Seiringer.