Gebühren für Pistengeher sind nicht ausgeschlossen. In Oberösterreich müssen die Pistengeher künftig in die Tasche greifen. Wie die Sache am Ötscher aussieht, erklärt Chef Andreas Buder der NÖN.

Von Jutta Streimelweger. Erstellt am 07. November 2017 (05:00)
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Es ist ein sensibles Thema bei den Bergsportlern: Das Pistengehen (nicht zu verwechseln mit Tourengehen).

In Oberösterreich setzen Liftbetreiber ab der kommenden Wintersaison auf Gebühren für die Pistenbenützung. Die NÖN fragte bei Andreas Buder, Geschäftsführer der Ötscher-Lifte, nach, ob am höchsten Berg des Mostviertels Pistengeher auch bald in die Tasche greifen müssen.

„Das kann man aus heutiger Sicht noch nicht sagen“, betont Buder, aber: „Ich kann den Vorstoß der oberösterreichischen Kollegen durchaus verstehen.“

Der Liftbetreiber klärt auf: „Das Pistengehen wird zum Großteil von Sportlern ausgeübt, die körperlich oder technisch nicht in der Lage sind, alpine Touren zu gehen beziehungsweise im Anschluss dort auch im Gelände abzufahren. Andere wiederum sind wahrscheinlich tagsüber beruflich tätig und suchen einen Ort, um sich abends auszupowern. Da kommt eine frisch präparierte Skipiste, die in der Regel auch keine Lawinengefahr birgt, gerade recht.“

In den schneearmen Wintern seien die schmalen Schneebänder in den Skigebieten ein beliebtes Trainingsgebiet. Aber: „Jeder Pistengeher betreibt seinen Sport zulasten des Skigebietsbetreibers“, ärgert sich Buder. Es beginne mit der Benützung des Parkplatzes. In der Regel ist dieser auf Eigengrund oder eine Pachtfläche des Skigebietsbetreibers.

„Jeder Pistengeher betreibt seinen Sport zulasten des Skigebietsbetreibers.“Andreas Buder, Ötscher-Lifte

Es gehe jedoch nicht nur um die „kostenlose“ Nützung der Infrastruktur, sondern auch um Risiken: „Auf der Piste werden nicht selten abfahrende Skiläufer durch rücksichtsloses Nebeneinandergehen, Mitführen von Hunden oder Queren an unübersichtlichen Stellen gefährdet“, erklärt der Liftbetreiber weiter, und: „In den Abendstunden kommt es leider viel zu oft zum Kontakt mit den Pistengeräten.

Die Präparierung am Seil zählt zu den gefährlichsten Tätigkeiten. Falls sich der Pistengeher mit dem Windenseil anlegt, kann das tödlich enden. Viele Tourengeher missachten diese Gefahr und setzen dabei, ohne nachzudenken, ihr eigenes Leben aufs Spiel.“ Daher appelliert Buder an die Pistengeher: „Bitte informiert euch auf den Websites der Skigebiete über die geöffneten Pisten und Anlagen. Dort wird in der Regel auf Pisten hingewiesen, wo das Gehen und Abfahren zu gewissen Uhrzeiten möglich ist.“

„Kein Cardio-Bereich für Hobbysportler“

Besonders ärgert den Ötscherlift-Betreiber die Rücksichtslosigkeit: „Das Befahren der frisch präparierten Pisten außerhalb der Betriebszeiten ist aus meiner Sicht eine reine Provokation. Für das Pistenteam der Liftgesellschaften ist das der Arbeitsplatz und nicht der Cardio-Bereich einiger Hobbysportler. Es wird der Liftgesellschaft wissentlich Schaden zugefügt.“

Die Anzahl der Pistengeher steigt dennoch an. „Am Großen und am Kleinen Ötscher sind sie vermehrt anzutreffen.“ Am Hochkar ist das Problem geringer. Zentraler Unterschied zu den Skigebieten in Oberösterreich: „Dort ist vielfach die Möglichkeit gegeben, die Pistengeher auf eigens angelegten Bereichen aufsteigen zu lassen. Diese Möglichkeit haben wir am Ötscher nicht.“

Das Einheben von Gebühren könnte das Aufkommen vielleicht ein wenig reduzieren: „Hier ist das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen.“

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