Redl/Weber: „Ist herausfordernd“

Seit 21. Dezember führen Markus Redl und Karl Weber gemeinsam die Ötscherlifte und die Hochkar Bergbahnen.

Erstellt am 06. Januar 2022 | 06:17
Lesezeit: 4 Min
redl weber
Links: Markus Redl, rechts: Karl Weber
Foto: Eplinger, Heidlmair

NÖN: Seit etwas über zwei Wochen führen Sie gemeinsam die Liftgesellschaften am Hochkar und Ötscher. Wie ist der „Neustart“ geglückt?
Markus Redl:
Ein kompletter Neustart war es ja nicht, ich war schon als Eigentümervertreter und sogenannter kontrollierender Geschäftsführer seitens ecoplus bzw. des Landes NÖ involviert. Aber ja, am Abend des 21. Dezember haben wir von der Schröcksnadel-Gruppe die operative Führung übernommen, sind jetzt erste Ansprechpartner für Betriebsleitung und Team bei den Hochkar Bergbahnen und den Ötscherliften.

Was waren bisher die größten Herausforderungen?
Karl Weber:
Wir sind durch die Pandemie als Seilbahnwirtschaft nach wie vor in einer Ausnahmesituation. Wir haben einschlägige Rechtsvorschriften zu beachten. Die heurige Wintersaison ist stark durch das Prinzip der 2G-Regel bestimmt und deren Kontrolle ist mit Holiday-Ninja-Pass & Co. für alle Skigebiete mit hohem Tagesgast-Anteil eine Herausforderung. Wir versuchen, die Abläufe an den Kassen zu verbessern, und dass möglichst viele Gäste auf bestehende Keycards online aufbuchen bzw. gleich auch den 2G-Nachweis online erbringen.
Redl: Wir hatten bei der Übernahme für die Gastronomie bei den Ötscherliften nicht genügend Personal, um sowohl Ötschertreff als auch Eibenhütte selbst zu betreiben. Daher haben wir mit Familie Pichler, die seit vielen Jahren von April bis Oktober die Gastronomie bei der Garten Tulln führt, eine Pachtvereinbarung für zwei Wintersaisonen abgeschlossen. Das gesamte bestehende Gastropersonal wurde übernommen und durch Stammpersonal der Familie Pichler ergänzt. Aktuell macht uns natürlich die Schneesituation gerade bei den Ötscherliften zu schaffen: Der Regen, die warmen Temperaturen, vor allem aber der Wind sind problematisch.

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Wie schwierig ist es, als Geschäftsführer jetzt mehrere verschiedene Liftgesellschaften unter einen Hut zu bringen – oder sind die Herausforderungen ohnehin in allen NÖ-Skigebieten die gleichen?
Redl:
Zum Ersten braucht es gerade in dieser außergewöhnlichen Situation der Pandemie in der Geschäftsführung einfach Ansprechpartner, die möglichst jederzeit erreichbar sind, sich kümmern und Entscheidungen treffen. Das gilt gerade auch für die jetzige Übergangsphase. Zur zweiten Frage: Wir sind als ecoplus Alpin eine Gruppe von fünf Skigebieten, besser gesagt „ganzjährig betriebenen Bergresorts“. Das ist nämlich unser Auftrag, unsere Entwicklungsrichtung. Aber wir sind als Bergerlebniszentren in Niederösterreich generell in den letzten zwei Jahren der Pandemie sehr zusammengerückt. Wir arbeiten beispielsweise derzeit intensiv am Thema der Digitalisierung, haben Online-Shop, und alles was dazugehört, neu ausgeschrieben.

Wie wichtig ist da, dass man sich auf das Personal vor Ort verlassen kann? Wie gut sind die Teams aufgestellt?
Weber:
Das ist eine unbedingt notwendige Voraussetzung, denn als Geschäftsführung arbeiten wir mit der jeweiligen Betriebsleitung und den Teams am Berg und in den Büros sehr vertrauensvoll zusammen. Auf die Mitarbeiter vor Ort kann man sich wirklich verlassen, mein Kompliment an die Kollegen! Ich wüsste nicht, wie es anders gehen soll. Und schon gar nicht, wenn einige Tage vor der Hochsaison die operative Verantwortung wechselt.

Welche Schwerpunkte will man heuer in dieser Skisaison am Hochkar und am Ötscher noch setzen? Und wie geht es danach weiter?
Redl:
Auch in diesem Winter lautet die Devise, den Gästen ein möglichst gutes Skierlebnis zu bieten — trotz oder gerade wegen der Pandemie. Das ist herausfordernd genug. Was die langfristige Entwicklung anbelangt, sind wir jetzt auch für die Taskforce zur touristischen Neupositionierung von Lackenhof am Ötscher verantwortlich. Es geht uns sehr stark um die Mitwirkung der Unternehmerinnen und Unternehmer, von Ideengebern und findigen Geistern aus der Region.

Der operative Geschäftsführerposten für die neue Hochkar-Ötscher-Liftgesellschaft ist ausgeschrieben. Herr Weber, werden Sie sich dafür auch aktiv bewerben oder konzentrieren Sie sich nach diesem interimistischen Engagement wieder rein nur auf Annaberg?
Weber:
Ich konzentriere mich derzeit einmal auf meine Aufgabe als interimistischer Geschäftsführer.
Redl: Und ich danke Karl Weber dafür, denn so bleibt das VierAugen-Prinzip gewahrt. Wir haben die „Operative Geschäftsführung“ bei Hochkar Bergbahnen und Ötscherliften sofort öffentlich ausgeschrieben, auch eine externe Personalberatung engagiert, die das gesamte Auswahlverfahren begleitet.

Gibt es viele Bewerbungen?
Redl:
Das ist ganz offen gesagt weniger eine Frage der Quantität als der Qualität. Wir suchen jemanden, der sehr viel Erfahrung mit der operativen Führung von Seilbahnen, Attraktionen und Gastronomie hat. Aber vor allem suchen wir eine reife und verbindende Persönlichkeit, die es für die anstehenden Veränderungsprozesse brauchen wird. Wenn ich von profilierten Kolleginnen oder Kollegen – auch aus westlichen Bundesländern – informell gefragt werde, dann ermutige ich natürlich zu einer Bewerbung.

Bis wann rechnet man mit einer Entscheidung bezüglich des neuen operativen Geschäftsführers?
Redl:
Bewerbungsfrist ist der 16. Jänner 2022. Dann wird es ein Hearing geben, werden entsprechende Verhandlungen geführt. Wir wollen eine rasche Entscheidung.

Bis wann soll die Verschmelzung der Ötscherliftgesellschaft und der Hochkar Bergbahnen GmbH abgeschlossen sein?
Redl:
Wir werden den Antrag bis Ende des Monats Jänner stellen, dann hängt es vom weiteren Verfahren ab.

Wie wird dann der künftige neue Namen lauten?
Redl:
Die Firma wird sowohl Hochkar als auch Ötscher enthalten, es bedarf aber auch hier der Genehmigung durch das Firmenbuchgericht.

Bleibt das Büro der neuen Liftgesellschaft in Göstling oder wird man von St. Pölten aus agieren?
Redl:
Nein, Sitz der Gesellschaft und Büro bleiben in Göstling.