Handy "überstand" Sturz aus 800 Metern. Von Augsburg bis nach Ungarn mit Zwischenstopp über dem Ötscher – und das in der Luft mit einem Oldtimer-Doppeldecker vom Typ „Boeing Stearman“.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 28. Oktober 2019 (11:37)
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Für Markus Pöschel vom Augsburg Air Service klang das nach einer verlockenden Flugreise. Und das war sie auch – bis zum Ötscher. „Kurz bevor wir die Region um den Ötscher erreichten, leuchteten unter uns schön bewaldete Höhenzüge in herbstlichen Farben.

Ich wollte ein paar Fotos machen und steuerte mit der linken Hand das Flugzeug, während ich mit der rechten Hand mein Telefon aus der Tasche zog. Ich hatte das schon öfter gemacht und dachte mir deshalb nichts dabei. Doch dieses Mal sollte alles anders kommen“, erzählt Pöschel. Er streckte seine Hand zu weit aus dem Cockpit, kam in den Windstrom und im Bruchteil einer Sekunde war sein Telefon weg. „Mein Handy mit allen Kundenkontakten, Daten, Terminen, kurz gesagt mein halbes Leben, alles weg“, erinnert er sich nur zu gut an diesen Moment.

Mittels "Such-App" wiedergefunden

Der Versuch, das Handy, das aus einem Flugzeug 800 Meter tief mitten in die Österreichischen Berge gefallen war, mittels „Such- App“ zu lokalisieren, erschien ihm anfangs abwegig. Dennoch war dieser Versuch erfolgreich. „Wir öffneten die Satellitenaufnahme von einem Tal und einer Alm mit einem Bauerngehöft. Das Dorf stellte sich als St. Anton an der Jeßnitz heraus“, schildert Pöschel.

Nur einen Tag später setzte er sich in Augsburg sofort ins Auto und startete die 432 Kilometer lange Reise nach St. Anton an der Jeßnitz. Auf seiner Suche beobachtete ihn ein Mann, mit dem er rasch ins Gespräch kam: Franz Handl. Der Einheimische half Pöschel mittels Wanderkarte, die richtige Spur zu finden. Also ging es weiter zu besagtem Bauernhof „Unter Hackstockhof“, auf dessen Grund das Telefon lokalisiert wurde. Begrüßt wurde der Weitgereiste gleich von Landwirt Franz Mitterauer, der den Flug vom Vortag sogar beobachtet hatte. Gemeinsam ging es los Richtung Gipfel, wo sie fündig werden sollten.

Mit dem Telefon von Franz Mitterauer rief sich Pöschel selbst an und siehe da – es läutete tatsächlich. „Erstaunlicherweise hatte das Handy nicht einmal einen Kratzer abbekommen, obwohl es 800 Meter in die Tiefe gestürzt war“, ist er begeistert. Franz Mitterauer bewirtete den Gast noch freundlich, danach ging es zurück nach Augsburg. „Vielleicht sollte ich mein Handy nächstes Mal über Italien abwerfen, ich habe gehört, dort gäbe es auch nette Leute“, meint Markus Pöschel.