Wandern im Zeichen des Klimawandels

Erstellt am 19. Juli 2022 | 10:00
Lesezeit: 2 Min
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Wanderten gemeinsam auf den Ötscher: Andreas Jäger, Bürgermeisterin Renate Rakwetz, Klaus Wanninger (Lacon), Johannes Käfer, Gerhard Wotawa (ZAMG), Florian Schublach (Naturpark Ötscher-Tormäuer).
Foto: Fred Lindmoser
Radiogärtner Johannes Käfer und Klimatologe Andreas Jäger bestiegen mit rund 60 Interessierten den Ötscher und vermittelten dabei Wissen.
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Das markante Ötschermassiv nimmt sowohl aus vegetationsökologischer als auch meteorologischer Sicht eine besondere Stellung ein. Um die komplexen Zusammenhänge zwischen alpiner Flora, Wetter und Klima besser verstehen zu können, veranstaltete der Naturpark Ötscher-Tormäuer im Rahmen von 100 Jahre Niederösterreich daher eine Wanderung.

„Viele der Pflanzen mussten sich über die Jahrtausende an die extremen Bedingungen anpassen.“

Die Experten Andreas Jäger und Johannes Käfer fanden gemeinsam mit den rund 60 Teilnehmern entlang des Weges immer wieder spannende Plätze und Pflanzen, um auf anschauliche Weise tiefe Einblicke in die Vielfalt und Besonderheiten der alpinen Pflanzenwelt sowie die Auswirkungen des Klimawandels zu geben. „Viele der Pflanzen mussten sich über die Jahrtausende an die extremen Bedingungen anpassen. So bildet zum Beispiel die Silberwurz mit ihren acht Blütenblättern einen kleinen Parabolspiegel aus, um das Sonnenlicht in der Blüte zu fokussieren“, erzählt Johannes Käfer.

Andreas Jäger ergänzt: „Die Sonneneinstrahlung in der höheren Lage ist um ein Vielfaches höher als in tieferen Lagen. Ein besonderes Augenmerk der beiden Experten fiel auf die Baumgrenze. Durch die Erwärmung des Klimas können sich auch heimische Gehölze wie Schwarzerlen, Vogelbeeren oder Fichte immer höher am Ötscher ansiedeln. Das kann dazu führen, dass sich die Landschaft und auch die Artenzusammensetzung am Vaterberg in den kommenden Jahrzehnten komplett ändert.

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