Gaming: Verein braucht ein Tuning. Vor 21 Jahren gründete Rudolf Bohlheim den Oldtimerclub Ötscherland. Seither haben sich 74 Mitglieder seiner Leidenschaft angeschlossen. Doch es fehlt an Nachwuchs.

Von Claudia Christ. Erstellt am 23. Juni 2021 (05:02)
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Rudolf Bohlheim präsentiert seinen Mercedes BJ 79, Gottfried Weidinger ist mit seinem Ledl-Buggy BJ 76 und Porsche-Motor 356/BJ 56 zum Treffen mit der NÖN vorgefahren.
Christ, Christ

Seinen Mercedes SL450 Baujahr 1979 hütet Rudolf Bohlheim wie seinen Augapfel. Der Oldtimer begleitet den Gaminger seit rund 20 Jahren, seit der Zeit als der heute 80-Jährige den Oldtimerclub Ötscherland gründete. Im Laufe der Jahre sind zahlreiche Freunde und Fanatiker von alten Gefährten dazugekommen. Heute zählt der Verein 75 Mitglieder und 100 Fahrzeuge.

Coronabedingt sehr ruhig im Verein

„In letzter Zeit ist es aber bei uns sehr ruhig geworden, und das hat nicht nur was mit Corona zu tun“, meint Bohlheim. An gemeinsame Ausfahrten und Treffen war im letzten Jahr nicht zu denken. „Früher haben wir Fahrten nach Ungarn, Klagenfurt und auch Salzburg unternommen.

Auch die Schalla burg und die Messe in Tulln sowie der Teilemarkt in St. Pölten waren Fixpunkte im Jahr. Wir sind eine gesellige Gruppe“, schwelgt Bohlheim gemeinsam mit seinem Schriftführer des Vereines, Gottfried Weidinger, in Erinnerungen. Doch ohne neue Mitglieder kann ein Verein nicht auf Dauer existieren, und so wollen die beiden langjährigen Freunde nun frischen Wind in die Gemeinschaft bringen. „Das Durchschnittsalter unserer Mitglieder liegt bei 60 bis 70 Jahren, jetzt ist es einfach Zeit für Nachwuchs“, meint Bohlheim.

Interesse ist da, jedoch freie Zeit fehlt

Doch der scheint nicht einfach zu finden zu sein. „Bei vielen Jungen ist zwar das Interesse für die Autos da, aber es fehlt ihnen aus beruflichen oder familiären Gründen oftmals an Zeit“, meint der rüstige Rentner. Auch scheitert es oftmals am Platzproblem. „Denn im Winter, da haben zumindest meine Autos frei und stehen in der Garage“, meint Weidinger. Salz, Kälte und Schnee sind nämlich Gift für die Oldtimer. Neben einem Porsche-Buggy ist der 73-Jährige auch stolzer Besitzer eines VW Käfer, Baujahr 70 und zweier Traktoren.

Faszination an nächste Generation weitergeben

„Ich bin kein Schrauber und Tüftler, aber was mich fasziniert, ist die Technik dahinter“, erklärt Weidinger. Diese Faszination und Freude an alten Gefährten wollen die beiden auf jeden Fall an jüngere Generationen weitergeben. „Deshalb werden wir auch beim nächsten Ge(Bier)skirtag im Gaming vor Ort kräftig Werbung für unseren Verein machen“, sagt Bohlheim. Denn für beide Freunde gilt: „Ein schöneres und spannenderes Hobby können wir uns nicht vorstellen.“

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