Empfang für Pia Zerkhold im Scheibbser Rathaus

Erstellt am 19. Februar 2022 | 09:33
Lesezeit: 4 Min
Scheibbs hatte in Peking mit Snowboard-Crosserin Pia Zerkhold erstmals eine Olympia-Teilnehmerin. Klar, dass sich die Vertreter der Stadt kurz nach Pias Rückkehr in die Heimat gerne mit ihr fotografieren ließen. Am Freitag hatte man zu einem kleinen Empfang in den Festsaal des Rathaus geladen.
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Am Freitag, einen Tag nach der 48-Stunden-Marathon-Heimreise von Peking über Seoul, Paris, München und Wien, luden Bürgermeister Franz Aigner und die Stadträte Pia Zerkhold und ihre Mutter Irene Zerkhold sowie Stiefvater Hans Kurz zu einem kleinen Empfang in das Rathaus. Mit Blumen und Scheibbser Schillingen gratulierten Aigner und Ausschussobfrau Alena Fallmann Zerkhold zu ihren Leistungen. 

Die 23-Jährige selbst war mit ihrem Achtelfinal-Aus im Einzel- und dem 13. Platz im Mixed-Bewerb sportlich gesehen gar nicht so happy. „Ich war am Tag nach dem Rennen so enttäuscht, obwohl ich mir selbst gar nicht so viel Druck aufgelegt habe. Aber es wäre mehr drinnen gewesen. Dennoch – jetzt mit etwas Abstand war es einfach irrsinnig cool, dabei gewesen zu sein, und eine Wahnsinnserfahrung“, schildert Zerkhold und blickt nach vorne. 

Diese Saison gilt es, bei den beiden ausständigen Weltcuprennen noch den siebenten Gesamtplatz im Weltcup zu verteidigen. 2023 stehen die Weltmeisterschaften in Georgien am Programm. Und 2026 die Olympischen Spiele in Cortina (Italien). „Da können wir also schon beginnen, die Fanreise zu planen“, lächelte Vizebürgermeister Martin Luger.

"Das Essen war nicht gerade mega gut"

Im Zuge des Empfanges schilderte Zerkhold auch ihre Eindrücke von den Olympischen Spielen. Denn obwohl die Snowboard-Crosser gemeinsam mit den Freestylern nicht im Olympischen Dorf, sondern direkt bei den Sportanlagen im Hotel gewohnt haben, haben sie einiges miterlebt - vom "nicht gerade mega guten Essen in China - ich habe dort kein Fleisch gegessen", über die tollen Eindrücke beim Zusammentreffen und Mitfiebern mit den anderen Sportlern, bis hin zu den Sprachbarrieren und das Übersetzen mittels digitalen Sprach-Übersetzer. "Die Chancen, dass der richtig übersetzt hat, waren 50:50", lacht Zerkhold.

Beim Empfang gab sie aber auch Einblicke in den durchaus intensiven und anstrengenden Sportleralltag. Denn bis auf wenige Wochen im Jahr heißt es sechs Mal pro Woche Training - egal ob Winter oder Sommer. Klar, dass sich die 23-jährige Heeressportlerin mit Gefreiten-Rang, die zwar in Linz stationiert ist, aber großteils in St. Pölten trainiert, auch schon auf den Urlaub freut. "Nach den letzten Weltcuprennen stehen Entspannen und Surfen in Portugal am Plan", verrät Pia.

Von den Anfängen bis zum Berufswunsch Volksschullehrerin

Einige "Geheimnisse" verriet Pia Zerkhold auch aus ihrem Werdegang. Denn, dass gerade sie Snowboard-Crosserin geworden ist, war anfangs gar nicht so klar. Sie hat erst mit zwölf Jahren zum Snowboarden begonnen und dann bereits 2011/12 mit der Schulmannschaft des BG/BRG Wieselburg den Landesmeistertitel geholt. "Damals war ich sogar im Team noch die schlechteste", erinnert sie sich zurück.

Bei den Bundesmeisterschaften im selben Winter war es schon ganz anders. Da zeigte sie auf und machte die Trainer der Skihandelsakademie Schladming auf sich aufmerksam. Und so kam sie nach Schladming und schlug dort die Karriere der Snowboard-Crosserin ein, die ihr im Vorjahr auch den Titel als "Rookie of the Year" einbrachte.

Und noch ein "Geheimnis" verriet Zerkhold am Rande des Empfangs in Scheibbs. "Wie es mit meiner Karriere generell weitergeht, weiß ich noch nicht. Aktuell steht Snowboarden noch ganz oben, aber irgendwie würde mich auch eine Ausbildung zur Volksschullehrerin reizen. Nur da scheitert es momentan vor allem an der Praxis. Für die habe ich neben dem Boarden einfach keine Zeit", sagt Zerkhold mit einem charmanten Lächeln.

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