Vorfreude auf Teambewerb. Nach Erholung steigt für Gallhuber Spannung auf zweiten Olympia-Bewerb

Von Christian Eplinger und NÖN-Redaktion, APA. Erstellt am 22. Februar 2018 (20:30)
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Gallhuber überraschte die Konkurrenz und sich selbst
APA (AFP)

Mit zwei Bronzemedaillengewinnern im Slalom - Katharina Gallhuber und Michael Matt - geht Österreichs Alpinskiteam am kommenden Samstag um 3 Uhr morgens in den Mixed Teambewerb. Trainer Marko Pfeifer verspricht: „Werden für eine Medaile alles dran setzen.“ Es ist übrigens die Premiere für einen Alpin-Teambewerb bei Olympia.

Nach ihrer Bronzemedaille und dem anschließenden ungewohnten und anstrengenden Zeremoniell mit Dopingkontrolle, Siegerehrungen, Pressekonferenzen, Interviews und Feier im Österreich-Haus konnte die 20-jährige Göstlingerin Katharina Gallhuber in den letzten Tagen etwas durchschnaufen und trainieren. „Kathi ist gut drauf und freut sich schon auf den Teambewerb. Es ist für sie eine große Ehre, in diesem Team für Österreich dabei sein zu dürfen. Sie hofft natürlich auch auf einen tatsächlichen Einsatz. Das entscheidet sich allerdings erst am Samstag direkt bei den Läufen“, schildert Mama Michaela Gallhuber gegenüber der NÖN.

Österreichs Alpinskiteam hat in jüngerer Vergangenheit bei Teambewerben nicht gerade geglänzt, der letzte Podestrang im Weltcup datiert aus 2015. Bei den Weltmeisterschaften vor einem Jahr in St. Moritz landete man nur auf Rang fünf, Gold war an Frankreich vor der Slowakei und Schweden gegangen. Will man bei der Olympia-Premiere in Yongpyong eine Medaille, muss man wohl wieder an Schweden vorbei.

„Fix ist, wenn wir die erste Runde überstehen, was ich hoffe, treffen wir ziemlich sicher wieder auf die Schweden. Es wird ein ganz harter Kampf. Aber wenn wir die Schweden schlagen können, ist viel drin", sagte Österreichs Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum.

Der Raster wird nach dem Nationencup und nicht nach dem Slalom-Ranking erstellt, Österreich ist topgesetzt. Kriechbaum bemängelt am Reglement, dass bei Gleichstand die beste Dame und der beste Herr zählen und nicht alle Zeiten zusammengezählt werden. "Dann wäre es ein richtiger Teambewerb wie im Skispringen und Langlauf."

Österreich geht mit Stephanie Brunner, Katharina Gallhuber, Katharina Liensberger sowie Manuel Feller, Michael Matt und Marco Schwarz ins Rennen. Marcel Hirscher hatte schon vor den Winterspielen abgesagt, weil er vor dem Technik-Wochenende in Kranjska Gora etwas mehr Zeit für die Vorbereitung haben möchte.

Mit Gallhuber und Matt stellt der ÖSV zwei Bronzemedaillengewinner dieser Winterspiele. Schweden wirft u.a. die zwei Olympiasieger Andre Myhrer und Frida Hansdotter ins Rennen. Der 35-jährige Myhrer ist ein Spezialist für City Events, er gewann heuer in Oslo und wurde in Stockholm Zweiter. Aber auch der Flirscher Matt kommt gut zurecht, wie die Saisonplatzierungen zwei und fünf zeigen.

Bei den Herren kommt ein Trio aus der Gruppe von Trainer Marko Pfeifer zum Einsatz. "Im Teambewerb wollen wir eine Medaille. Da waren wir zwar in letzter Zeit nie stark, aber da werden wir alles dran setzen, dass wir da noch eine Medaille mit heim nehmen können."

Bei Matt ist die Vorfreude auf den Bewerb schon da. "Schön, wenn man mit dem Team antreten und Gas geben kann. Da brauchen wir aber auch ein bisschen Glück, die Schweden sind die stärksten", weiß der Tiroler. Schwarz wollte sich nach dem verpatzen Slalom-Auftritt schnellstmöglich neu fokussieren. "Es ist ein neues Rennen, ich werde mich gut drauf einstellen." Feller weiß noch nicht, ob er eingesetzt wird. "Es ist die Frage, ob ich fahre, oder als Jolly Joker oben stehe. Sollte ich zum Einsatz kommen, bin ich bereit."