Steinakirchener Topothek nun online. Damit historische Bilder und Dokumente zukünftig einfach und genau datiert online abgerufen werden können, wird Material für die Online-Plattform gesammelt.

Von Anna Faltner. Erstellt am 11. März 2021 (05:03)
Die Topothek befindet sich noch im Aufbau. Deshalb ist das Wissen der Steinakirchner gefragt – etwa aus welchem Jahr diese Aufnahme des Marktplatzes stammt?
Topothek Steinakirchen, Topothek Steinakirchen

Schon vor 3.000 Jahren lebten Kelten im Erlauftal. Im Jahr 979 wurde die Marktgemeinde Steinakirchen erstmals in einer Urkunde als „Steininachiricha“ bezeichnet. Das Dokument wurde bis heute archiviert und ist seit Kurzem in der neu angelegten Steinakirchner Topothek online zu finden. Bilder gibt es aus dieser Zeit zwar keine mehr, dennoch füllt sich die Online-Plattform allmählich mit historischem Material.

Konkret geht es darum, die Ortschronik so gut wie möglich visuell zu erfassen. Das Projekt wurde in der Dezember-Sitzung vom Gemeinderat beschlossen. Federführend arbeiten der für Kultur zuständige LUST-Fraktionsobmann Wolfgang Zuser und Bildungsgemeinderat Josef Ginner (ebenfalls LUST) an der Umsetzung. „Grundsätzlich werden die meisten Topotheken mit einer größeren Veranstaltung gestartet, bei der die Bürger eingeladen werden, ihr Bildmaterial, Daten und alte Dokumente zur Verfügung zu stellen und auch, um bei der Topothek mitzuarbeiten. Das haben wir aufgrund der aktuellen Situation in den Sommer verschoben“, berichtet Wolfgang Zuser.

Denn eine Topothek zu betreuen, erfordert viel Aufwand und Genauigkeit. Denn es geht ja nicht nur um das Beschaffen des Materials, sondern um das Einpflegen in das Online-Archiv, die richtige Beschlagwortung und das Benennen der abgebildeten Personen und Orte. „Das ist sehr viel Arbeit. Da braucht man Leute, die sich aktiv einbringen wollen. Wie man jetzt schon sieht, interessiert das auch viele Leute. Laufend meldet sich jemand, einige Personen aus dem Kulturausschuss und auch aus der Bevölkerung haben sich schon zur Mitarbeit bereit erklärt“, ist Zuser zufrieden.

Ein paar Dokumente sind schon in die Topothek eingearbeitet. Denn am Gemeindeamt lagerten bereits über 100 Fotos, die vor einigen Jahren zusammengetragen wurden. „Da fehlt jetzt zum Teil noch die Beschlagwortung. Wir haben aber vor, jede Woche etwa zehn Fotos online zu stellen, damit die Leute motiviert sind, regelmäßig reinzuschauen“, betont der Kulturausschussobmann. Darunter finden sich Ansichtskarten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und ab der Zwischenkriegszeit werden auch die Fotografien immer mehr.

„Das Projekt soll nicht so schnell aufhören. Wir sind uns auch einig, dass wir nicht nur historische Ereignisse einarbeiten, sondern auch aktuelle Anlässe, wie etwa Vereinsjubiläen, erfassen“, sagt Zuser. Sobald größere Treffen im Wirtshaus wieder möglich sind, möchte sich das Topothek-Team auch mit der älteren Bevölkerung zusammensetzen, um ihre Expertise in das Projekt einfließen zu lassen.