Puchenstuben: Straßensperre dauert schon das dritte Jahr

Erstellt am 09. Juni 2022 | 05:23
Lesezeit: 3 Min
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Seit Herbst 2020 ist die Panoramastraße zwischen Trübenbach und Puchen stuben für den Verkehr gesperrt, weil ein 30.000 m³ großer Felsblock auf die Straße zu stürzen droht.
Foto: Hottenroth
Während man von Touristikern relativ wenig hört und die Gemeinde die Verantwortung von sich schiebt, kommt ein Aufschrei von den Gastronomen und aus der Bevölkerung.
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Seit Herbst 2020 ist die zwölf Kilometer lange Panoramastraße zwischen Puchenstuben und Trübenbach gesperrt. Der Grund: Ein rund 30.000 m³ großer Gesteinsblock droht auf die Straße zu stürzen. Es ist „Gefahr in Verzug“ heißt es von offizieller Seite, weshalb man die in den 1960er-Jahren vom Land Niederösterreich errichtete und vor allem bei Ausflüglern und Motorradfahrern beliebte Straße sperren musste.

Seit damals heißt es durchhalten für die Bewohner der Gegend, die einen rund zehn Kilometer langen Umweg über Wastl am Wald fahren müssen, wenn sie Besorgungen oder Behördenwege in Richtung oder nach Scheibbs erledigen müssen oder zur Arbeit fahren. Aber auch für die entlang der Panoramastraße angesiedelten drei Gastronomiebetriebe im Sulzbichl, Trübenbach und Erlaufboden. „Natürlich spüren wir die Umsatzeinbußen. Es kommen zwar Wanderer vorbei, aber die Motorradgruppen und auch Ausflügler, die von der steirischen Seite kommen und normalerweise gerne auch bei uns stehen geblieben sind, fehlen weiterhin“, schildert Gabriele Heinz vom Gasthaus Trefflingtalerhaus. Zuletzt musste sie auch einer größeren Motorradgruppe aus Deutschland absagen, die sich dann für eine andere Route entschieden habe.

„Eigentlich ist das ein Skandal. Wenn nicht bald etwas geschieht, dann werden die Gastronomiebetriebe das auf Dauer nicht überleben und dann stirbt auch der Tourismus in dieser prachtvollen Gegend. Denn dann gibt es auch für Wanderer und Wallfahrer auf viele Stunden Wanderung keine Labstelle mehr“, ist Hans Hagen Hottenroth aus Scheibbs überzeugt. Er hat die Panoramastraße regelmäßig befahren und ist auch gerne in einem der drei Lokale eingekehrt. Umso mehr versteht er nicht, warum der Aufschrei und das Drängen von den Naturparkbürgermeistern und den Touristikern der Region in Richtung Land nicht lauter ist. „Die müssten eigentlich täglich urgieren. Es geht um ihre Bürgerinnen und Bürger und ihre Betriebe“, ist Hottenroth auch über deren Untätigkeit verärgert.

„Wir sind nicht untätig, aber uns sind da in gewissen Dingen die Hände gebunden“, widerspricht Puchenstubens Bürgermeister Helmut Emsenhuber (ÖVP) der Kritik von Hottenroth. Zuständig für die Felssicherung sei die Abteilung Wildbachverbauung des Landes. Auch die Österreichischen Bundesforste sind dabei einzubinden. Nachdem man die Pläne, den riesigen Gesteinsblock zu sprengen und abzutragen, streichen musste, hat man nun gemeinsam mit den Behörden ein Monitoring-Projekt mit doppelten Ampelsystem ausgearbeitet. „Sobald sich beim Gesteinsblock etwas rührt, wird die Straße automatisch gesperrt und die Situation begutachtet“, erklärt Emsenhuber.

Am 21. Juni gibt es jetzt die nächste Begehung mit den Sachverständigen. Danach soll das Projekt umgesetzt werden. „Unser Ziel wäre, dass wir die Panoramastraße im August oder spätestens im September mit diesem System für den Verkehr wieder freigeben können. Schneller geht das laut Auskunft der Experten leider nicht“, bittet Emsenhuber alle noch um etwas Geduld.

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