Bezirk Scheibbs: Wenn Parken Geld kostet ...

Erstellt am 02. März 2022 | 04:11
Lesezeit: 4 Min
Seit 1. März ist ganz Wien kostenpflichtige Parkzone. Wie schaut es in der Region Erlauftal beim Thema Parkraumbewirtschaftung aus? Die NÖN hörte sich um.
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Zahlen fürs Parken – das muss man im Bezirk Scheibbs eigentlich nur, wenn man Ausflüge macht. Der See- und Seebadparkplatz in Lunz am See, die Parkplätze beim Eingang der Purgstaller Erlaufschlucht sowie sechs öffentlichen Parkplätze im Naturpark Ötscher-Tormäuer sind gebührenpflichtig.

In Lunz wird der Seeparkplatz schon seit dessen Bestehen 1957 bewirtschaftet. 2001 kamen die Stellplätze beim Seebadparkplatz und 2021 auch das Seeufer hinzu. „Wir haben rund 320 Parkplätze, die wir das Jahr über von 8 bis 17 Uhr bewirtschaften.

Das Tagesticket kostet 6 Euro, das 3-Stunden-Ticket 4 Euro. Im vergangenen Jahr haben wir damit 123.600 Euro eingenommen, wobei nur 2.667 Euro aus Strafen resultieren. Schon das zeigt, dass das Verständnis für die Parkgebühren bei den Gästen groß ist“, weiß der Lunzer Amtsleiter Thomas Weber.

Das Geld fließt direkt wieder in die Ausflugsinfrastruktur rund um den See und die Wanderwege zurück. „Wir haben die Bewirtschaftung 2015 eingeführt und sie läuft seither immer in den Sommermonaten. Das gängigste Ticket ist das Tagesticket um 5 Euro. Wir nehmen damit rund 60.000 bis 70.000 Euro pro Jahr ein. Geld, das einen wesentlichen Beitrag zu unserer Naturparkarbeit bildet. Wir verwenden das Geld, um die touristische Infrastruktur instand zu halten oder zu verbessern und die Infostelle in der Ötscher-Basis zu betreiben“, erklärt Florian Schublach vom Naturpark Ötscher Tormäuer.

Die Bewirtschaftung soll auch Lenkungseffekte haben und vor allem entlang der Mariazellerbahn die öffentliche Anreise mit der Bahn fördern. Übrigens: Wer ohne Parkticket von den Naturpark-Mitarbeitern erwischt wird, muss mit einer 15-Euro-Strafe rechnen.

Auch die Parkplätze vor dem Eingang der Purgstaller Erlaufschlucht sind kostenpflichtig. Pro Jahr fließen dadurch um die 16.000 Euro in die Gemeindekasse. Das Geld geht für die Pflege der Erlaufschlucht auf. Die Parkplätze im Purgstaller Ortszentrum – Begegnungszone, Pöchlarnerstraße und Feichsenstraße – werden mit Ausnahme des neuen Parkplatzes in der Coelestin Schachinger-Straße ab dem Ende der Bauarbeiten auf dem Kirchenplatz wieder als Kurzparkzone kontrolliert. „In der Begegnungszone darf nur auf den dafür gekennzeichneten Flächen geparkt werden“, betont Bürgermeister Harald Riemer (ÖVP). Auf dem Kirchenplatz ist Parken ausnahmslos verboten.

Scheibbs: Ohne Kontrollen wäre alles zugeparkt

Seit 1995 werden in der Scheibbser Innenstadt die rund 300 Parkplätze in der Kurzparkzone mindestens zweimal pro Woche durch Mitarbeiter des Österreichischen Wachdienstes kontrolliert. Dabei stehen rund 42.000 Euro an Einnahmen pro Jahr (inklusive „normaler“ Strafgelder der Polizei auf Gemeindestraßen) rund 37.500 Euro an Kosten gegenüber. Der „Ertrag“ ist also in Scheibbs eher gering. „Es gibt bei uns auch keine spezielle budgetäre Bindung. Aber im Straßenbau und der Erhaltung ist der Finanzierungsbedarf alljährlich so hoch, dass man sehr wohl von einer Zweckwidmung sprechen kann“, sagt Stadtamtsleiter Gerhard Nenning.

„Dennoch geht es ohne Parkraumüberwachung nicht“, ist Bürgermeister Franz Aigner (ÖVP) überzeugt und gesteht, selbst drei bis vier Mal pro Jahr „einen Beitrag für die Gemeindefinanzen zu leisten. Da vergesse ich in der Eile, die Parkuhr zu legen“, sagt er und versteht es nicht, wenn es immer wieder zu – oft hitzigen – Diskussionen über die 25-Euro-Strafe am Gemeindeamt kommt. Diskussionen und verärgerte Kunden gab es auch im City Center Wieselburg, als man 2016 die Parkraumüberwachung durch die Firma Park & Control einführte.

40 Euro ist die Strafe, wenn die Parkuhr fehlt, die dreistündige Parkzeit abgelaufen ist oder Fahrzeuge widerrechtlich abgestellt sind. Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt, und die Dauerparker hat man vom City- Center-Parkplatz wegbekommen.

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