Gaming: Amtsleiter geht nach 45 Jahren

Erstellt am 18. Mai 2022 | 15:08
Lesezeit: 3 Min
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Amtsleiter Alfred Six mit Bürgermeisterin Renate Rakwetz: „Es wird eine sehr große Umstellung für uns alle am Amt sein, wenn er geht.“
Foto: Claudia Christ
Seit 1977 ist Alfred Six bei der Gemeinde Gaming, seit 21 Jahren als Amtsleiter. Im Sommer geht er in den Ruhestand. Die Suche nach seiner Nachfolge gestaltete sich langwierig.
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Als er am 1. Jänner 2001 bei der Gemeinde angefangen hat zu arbeiten, da gab es noch die klassische Schreibmaschine und Durchschlagpapier. „Ja, so lange ist das schon her. Nach der Handelsschule wollte ich eigentlich zur Bank, aber das hat nicht geklappt, und so bin ich im Büro gelandet. Damals hieß der Bürgermeister auch noch Hermann Lechner“, erinnert sich Alfred Six. Nun geht der 62-Jährige mit 31. Juli in den Ruhestand. Eine riesige Umstellung für den engagierten Mitarbeiter, dessen Job sich im Laufe seiner Zeit nach zum Manager entwickelt hat: „Vom oftmals gedachten ruhigen Beamtendasein ist da nichts mehr übrig“, meint er.

Der gebürtige Gaminger, der durch seine Frau zum Göstlinger mutierte, hat während seiner Laufbahn in beinahe allen Abteilungen im Amt ausgeholfen und so einen umfangreichen Überblick gekommen.

Der 16. Oktober 2000 war für ihn ein ganz besonderer Tag, „da wählte man mich nämlich einstimmig zum Amtsleiter, darauf bin ich heute noch sehr stolz.“ Seither bereitet er penibel die Gemeinderatssitzungen und Wahlen vor, ist Experte in Flächenwidmung und Bauwesen und begleitete zahlreiche Projekte wie die Einführung der Straßenbezeichnungen 1984 in Gaming, die Kläranlage in Gaming und den Radweg Gaming/Kienberg. „Ich werde das einfach alles sehr vermissen, denn ich habe meine Arbeit immer gerne gemacht, und werde sicherlich diese bis zum letzten Arbeitstag gewissenhaft durchführen“, bekräftigt Six.

Diese positive Eigenschaft weiß auch Bürgermeisterin Renate Rakwetz an ihrem langjährigen Mitarbeiter zu schätzen: „Alfred war mir in all den 13 Jahren, in denen ich nun Bürgermeisterin bin, immer meine Stütze. Ich bin ihm natürlich die Pension vergönnt, aber es wird schon eine sehr große Umstellung für uns alle am Amt sein.“

"Arbeitskollegen werden mir fehlen"

 Eine riesige Umstellung wird der Ruhestand aber auch für den Amtsleiter selber werden. Reisen, mehr Sport und ein Englischkurs stehen dann statt Besprechungen und Termin-Deadlines auf seinem Kalender. Toll findet er aber schon jetzt, dass er dann statt um 5.15 Uhr um 8 Uhr aufstehen kann. „Weniger fehlen werden mir hingegen die ständigen Gesetzesänderungen besonders während der vergangenen zwei Jahre. Aber was ich besonders vermissen werde, das sind meine Arbeitskollegen.“ Wer künftig an seinem Schreibtisch sitzen wird, war lange Zeit unklar.

Erst kurz vor NÖN-Redaktionsschluss fiel die Entscheidung. „Seit Oktober war die Stelle bereits ausgeschrieben, nun haben wir endlich jemanden passenden gefunden“, freut sich die Bürgermeisterin. Solange die Sache aber noch nicht in trockenen Tüchern ist, möchte sie sich bedeckt halten. Nur eines sei verraten: Nach Six wird es in Gaming eine Amtsleiterin geben.

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