Göstlinger ist Herr über 20.000 alte Ansichtskarten. Der Göstlinger Georg Perschl kann rund 20.000 alte Ansichtskarten sein Eigen nennen. Und es sollen noch mehr werden. Neuerdings sucht er via Facebook neue Schätze.

Von Claudia Christ. Erstellt am 11. November 2020 (04:32)
Seine Leidenschaft sind alte Ansichtskarten. NÖN-Mitarbeiter Georg Perschl beim Archivieren seiner historischen Schätze.
Christ

Beim Betreten von Georg Perschls Wohnung in Göstling fühlt sich der Besucher gleich in ein Museum versetzt.

Zahlreiche alte Ansichten von Göstling zieren die Wände, Ehrenabzeichen, alte Schriftstücke, Bierflaschen von der einstigen Göstlinger Brauerei bis hin zum ersten Fotoapparat des einstigen Göstlinger Fotografen und Fotografie-Glasplatten sind liebevoll in der gesamten Wohnung platziert.

Leidenschaft und Sammlung von Vater übernommen

Die besondere Sammler-Leidenschaft liegt Perschl im Blut. Besonders alte Ansichtskarten haben es dem langjährigen NÖN-Mitarbeiter und Hobbyfotografen angetan. „Schon mein Vater hatte eine große Sammlung an Ansichtskarten und Fotos von Göstling. Nach seinem Tod 1984 hab ich diese übernommen“, sagt er.

Und bis zum heutigen Tag sind da noch eine Menge historischer Ansichten sowie Oster- und Weihnachtskarten dazugekommen. Allein 1.600 alte Ansichten aus Göstling sowie zig Karten aus Niederösterreich, aber auch aus Europa und sogar Amerika sind der ganze Stolz des leidenschaftlichen Sammlers.

„Meine neueste Errungenschaft ist eine Ansichtskarte aus Göstling, auf der unser Kirchenwirt zu sehen ist. Sie wurde im Jahr 1899 nach Paris geschickt.“ Perschl hat sie im Internet ersteigert. Das ist nun während Corona die einzige Form für den 62-Jährigen an neue Exemplare zu kommen. „Früher war ich oft auf Tauschbörsen und mindestens viermal pro Jahr auf Flohmärkten unterwegs.“

Um den Überblick nicht zu verlieren, hat Perschl seine historischen Schätze genau katalogisiert und archiviert. „Da aber immer neue Stücke zur Sammlung kommen, bin ich noch lange nicht fertig damit“, scherzt er.

Seine älteste Ansichtskarte stammt aus dem Jahr 1892, seine wertvollste von 1906. Sie zeigt ein Motiv vom Bau der Wiener Hochquellwasserleitung. „Der damalige Wiener Bürgermeister Karl Lueger schrieb sie an den Gemeinderat Leopold Kunschak und signierte sie“, sagt er stolz.

„Göstling einst und jetzt“ auf Facebook

Damit noch weitere solcher Raritäten seine Sammlung erweitern, hat Perschl nun eine Facebook-Gruppe „Göstling einst und jetzt“ eröffnet. Hier präsentiert er für Interessierte immer wieder besondere Schmankerl aus seiner Sammlung.

„Ich helfe aber auch immer gerne, wenn jemand auf der Suche nach einer speziellen Aufnahme ist, oder Karten tauschen möchte“, sagt Perschl. Die Kontaktaufnahme mit ihm ist über die Facebook-Gruppe möglich.