Suche nach Ursache für Brückeneinsturz. Unglück geschah am Wochenende. Verletzt wurde niemand.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek und Claudia Christ. Erstellt am 10. Juni 2020 (05:12)
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einsatzdoku.at

Ein lauter Knall und eine Staubwolke schreckten die Bewohner von Petzenkirchen und Wieselburg-Umgebung am Sonntagnachmittag auf.

Der Grund: Eine der 17 neuen Brücken der Umfahrungsbaustelle Wieselburg, mit rund 20 Meter Länge und zehn Meter Höhe, ist eingestürzt. Die Brücke war nur für den Baustellenverkehr freigegeben.

„Jetzt ist vorrangig, dass die Ursache des Einsturzes so rasch wie möglich ermittelt wird“.Josef Leitner, Bürgermeister von Wieselburg

Sofort eilten die Einsatzkräfte wie die Feuerwehr Petzenkirchen-Bergland und die Polizei Wieselburg zum Einsatzort. Es wurden auch Suchhunde angefordert, um mögliche Verletzte unter den Trümmern zu finden.

Doch zum Glück passierte das Unglück an einem Sonntag. Daher befanden sich keine Baufahrzeuge oder Arbeiter vor Ort. „Es grenzt an ein Wunder, dass niemand verletzt wurde, denn bei Schönwetter fahren hier sehr viele Radfahrer oder es gehen Familien spazieren“, berichtet ein Anrainer. Petzenkirchens SP-Vizebürgermeister Harald Mixa kann dies bestätigen: „Ja, kurz vor dem Unglück ist dort noch eine Gruppe Biker geradelt.“

Die Feuerwehr sperrte umgehend die Umgebung ab. Um eine weitere Gefährdung zu verhindern, wurde der Bereich rund um die Wirtschaftsweg- und Wildbrücke komplett abgeriegelt. Zudem sperrt die Straßenaufsichtsbehörde in Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft Melk weitere Brücken der Umfahrung, um Ähnliches zu vermeiden. „Ich bin verwundert und geschockt, wie so ein Bauwerk einstürzen konnte. Jetzt sind die Techniker am Zug“, erklärt der Melker Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner. Es gibt eine zweite Brücke derselben Bauweise. Diese wird jetzt ebenfalls auf Risse oder Mängel untersucht.

Gerhard Fichtinger vom Amt der NÖ Landesregierung Abteilung Allgemeiner Straßendienst beruhigt: „Es besteht kein direktes Sicherheitsrisiko. Die wichtigste Nachricht ist, dass niemand verletzt wurde.“

Expertenkommission eingerichtet

Es gilt jetzt rasch festzustellen, was den Einsturz dieser Brücke über ein Jahr nach ihrer Fertigstellung verursacht hat. Dazu wurde am Montag eine externe unabhängige Expertenkommission eingerichtet. Die Mitarbeiter im Landesstraßendienst sind mit externen Experten, den Planern und Baufirmen auf der Baustelle, um dieser Frage nachzugehen. „Bei neuen Erkenntnissen wird die Öffentlichkeit darüber laufend informiert“, so der Straßenbaudirektor des Landes NÖ, Josef Decker.

Bislang war man mit der insgesamt 8,1 Kilometer langen Umfahrung von Wieselburg gut im Zeitrahmen. Die Fertigstellung war Ende dieses Jahres geplant. Ob es jetzt durch diesen Vorfall zu einer Verzögerung kommen wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

„Jetzt ist vorrangig, dass die Ursache des Einsturzes so rasch wie möglich ermittelt wird“, sagt Wieselburgs Bürgermeister Josef Leitner. Dass die anstehenden Überprüfungen der Brücken in seiner Stadt für zusätzliche Straßensperren sorgen könnten, kann Leitner verneinen: „Mir wurde versichert, dass das nicht der Fall sein wird. Denn das würde aufgrund der derzeitigen Baustellenbereiche beim Stadtquartier und in der Manker Straße für eine zusätzliche Verkehrsbeeinträchtigung sorgen.“