St. Anton und Puchenstuben stehen hinter Pfarrer. Moderator Warzocha soll St. Anton und Puchenstuben im Herbst verlassen. Pfarren kämpfen um Verbleib. Diözese plant Treffen.

Von Anita Schwaiger. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:21)
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Seit 2016 ist Pfarrer Eugeniusz Warzocha in den Pfarren St. Anton und Puchenstuben tätig.
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Zur Überraschung vieler Bürger der Pfarrgemeinden St. Anton/J. und Puchenstuben soll Moderator Eugeniusz Warzocha im Herbst die Pfarre verlassen. Laut einem Schreiben der Diözese ist geplant, dass der beliebte Geistliche ab 1. September den Pfarrverband Herz Jesu mit den Pfarren Brand, Grafenschlag, Großgöttfritz, Niedernondorf und Waldhausen im Waldviertel übernehmen soll.

Nachricht kam zu Pfingsten

„Zu Pfingsten wurden in vielen Pfarrgemeinden Änderungen verlautbart. Veränderungen in den Pfarrbesetzungen haben immer die gesamte Diözese im Blick; hier sind es strukturelle Überlegungen, um zukunftsfähige und langfristige Lösungen für Pfarren, Regionen und Dekanate zu erarbeiten“, heißt es in einer Stellungnahme der Diözese.

Die Bevölkerung in den Pfarrgemeinden will den geplanten Abgang des beliebten Pfarrers nicht so einfach hinnehmen. „Wir haben keine Gründe für die Versetzung erfahren“, schildert Karl Schagerl, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Anton, die Situation. Unter anderem steht nämlich im August und September eine Kirchenrenovierung an, die Warzocha in die Wege geleitet hat. Auch in Puchenstuben wurde im Frühjahr der Altarraum umgestaltet. Wesentlicher Treiber war hier ebenso Warzocha.

Gemeinde organisiert Unterschriftenaktion

Nicht zuletzt deshalb wollen sich die Bürger für den Verbleib von Warzocha einsetzen. Die St. Antoner und Puchenstubner Pfarrgemeinde- sowie Pfarrkirchenräte haben deshalb einen Brief an den Generalvikar Christoph Weiss verfasst. Im Brief bitten sie ihn, Warzocha in den Pfarren zu lassen.

Zudem haben sie eine Unterschriftenaktion gestartet, die mittlerweile schon wieder beendet ist. Nun wird die Anzahl der Unterschriften gezählt. „Wir stehen hinter unserem Pfarrer und hoffen, dass wir gemeinsam was bezwecken können“, betont Alois Rasch, der Mesner von Puchenstuben.

Warzocha: „Ich habe mit Versetzung gerechnet“

Weniger zuversichtlich ist Pfarrer Warzocha selbst. Er glaube nicht, dass diese Aktionen etwas bewirken. Dennoch freue er sich, dass die Pfarrgemeinden so hinter ihm stehen. „Diese Aktionen sind für mich eine Bestätigung. Ich habe nicht damit gerechnet“, sagt Warzocha. Er würde gerne in den beiden Gemeinden bleiben, allerdings nehme er jede Entscheidung der Diözese an. Als Ordensmann sei er es gewöhnt, versetzt zu werden. Außerdem kam für ihn das Schreiben der Diözese nicht so überraschend, betont er: „Als ich hier vor fünf Jahren eingesetzt worden bin, hat der damalige Generalvikar gesagt, dass ich mich nicht zu sehr gewöhnen soll. Ich habe also im Hinterkopf damit gerechnet.“. Außerdem sei es ein gewisser Luxus, dass diese kleinen Pfarren einen gemeinsamen Priester hätten.

Über den Zuspruch für den scheidenden Pfarrer freut man sich auch in der Diözese: „Eugeniusz Warzocha ist ein engagierter Seelsorger. Die positiven Rückmeldungen sind erfreulich, wenn Priester bei den Menschen in der Pfarre und Gegend verlässliche Ansprechpartner sind. Dafür gilt ihm auch seitens der Diözese Dank.“ Zudem sei es „in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels und größerer Mobilität – und damit verbunden auch pfarrlicher Veränderungen – übliche und gängige Praxis, dass Priester Einsatzorte wechseln und nicht mehr ein Leben lang in einer Pfarre verbleiben.“

Ob die Unterschriftenaktion noch etwas bewirken kann, zeigt sich am Freitag. Die Diözese hat auf den Brief der Gemeinden reagiert und ein Treffen mit dem Generalvikar vorgeschlagen. Dabei wird die Situation besprochen. Sollte es zur geplanten Versetzung kommen, würde der Pole Marian Lewicki aus den Pfarren St. Andrä vor dem Hagenthale und Zeiselmauer die Seelsorge in den beiden Gemeinden ab Herbst übernehmen.