Wahl im Bezirk Scheibbs: „Stärke einer Pfarre sind ihre Menschen“

Erstellt am 09. Februar 2022 | 04:58
Lesezeit: 3 Min
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Stark im Pfarrgemeinderat: Dechant Franz Kronister und seine stellvertretende Vorsitzende Annemarie Kendler. Der Pfarrgemeinderat besteht je nach Größe der Pfarre aus zehn bis 30 Mitgliedern, in Purgstall sind es 30.
Foto: Karin Katona
Die Dechanten Franz Kronister und Daniel Kostrzycki über die „PS der Glaubenskraft“.
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Ein Pfarrer kann in der Pfarre nicht alles alleine machen. Darüber sind sich die beiden Dechanten des Bezirks, Franz Kronister aus Purgstall und Daniel Kostrzycki aus Wieselburg, einig.

„Der Pfarrer kann leiten, aber die Pfarre gestalten die Menschen, die sich engagieren“, fasst Kronister zusammen. Wie die Pfarre in den kommenden Jahren ausschauen soll, entscheiden die Gläubigen selbst – durch ihre Stimmabgabe und ihre eigene Bereitschaft zur Mitgestaltung. Die PS, die Stärke der Pfarre, sind die Begeisterung und Glaubenskraft der Menschen.“ Die Kandidatenfindung für die Wahl, erläutert Kronister, werde in den einzelnen Pfarren unterschiedlich gelöst. „In vielen Pfarren gibt es Kandidatenlisten, in anderen eine Urwahl oder eine Mischung aus beiden.“ Kronister verlässt sich in seiner Pfarre auf die Urwahl. „Der Vorteil der Urwahl ist der, dass niemand ‚abgewählt‘ wird. Gewählt werden kann jeder aus der Pfarre. Die Menschen, die vorgeschlagen werden, freuen sich über das Vertrauen. Und die meisten stimmen zu.“ Neben den gewählten Kandidaten werden auch Menschen in den Pfarrgemeinderat berufen: „Ganz wichtig sind hier auch Junge, Unbequeme, die frische Ansichten mitbringen.“

In vielen Pfarren, sagt Kronister, habe es die Sorge gegeben, heuer genug Kandidaten finden zu können: „Durch Corona ist man weniger zusammen gekommen, es war weniger Austausch möglich. Das bremst die Euphorie.“ Es sei eine Herausforderung für die Kirche, den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihr Glaubensleben auch in Zeiten vieler Einschränkungen zu führen.

„Der Pfarrgemeinderat ist der Zeit der Krise noch wichtiger als je zuvor“, sagt Dechant Daniel Kostrzycki. Für das Finden engagierter Menschen hat man sich in der Pfarre Wieselburg eine originelle Methode ausgedacht. „Man kann auf den Wahlzettel auch den eigenen Namen schreiben und in welchem Bereich der Pfarre man sich engagieren möchte“, erklärt der Dechant. „Jeder soll sich mit seinen Erfahrungen, Fähigkeiten und Talenten in der Pfarre einbringen können.“ Auf diese Weise erhofft sich Kostrzycki viel Input aus seiner Gemeinde. „Ich hoffe, damit Menschen anzusprechen, auf die ich selbst nicht gekommen wäre.“ Einen Widerspruch zum Prinzip der Wahl sieht er darin nicht: „Die Menschen geben eine Stimme für sich selbst ab, für den Dienst an der Pfarre und ihren Mitmenschen.“

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