Messen als Open Air in Purgstall. Pfarrer Franz Kronister verlegte Messen auf den Kirchenplatz.

Von Karin Katona. Erstellt am 16. März 2020 (16:03)
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Kaplan Josef, Pfarrer Franz Kronister und Diakon Franz Hofmarcher bei der womöglich für lange Zeit letzten Sonntagsmesse auf dem Purgstaller Kirchenplatz. Insgesamt haben die beiden Messen am vergangenen Sonntag rund 120 Menschen besucht (50 in der 8-Uhr-Messe, 70 in der 10-Uhr-Messe)
Karin Katona

Mit dem Lied „Wohin soll ich mich wenden“ begann die letzte Messe am vergangenen Sonntag in Purgstall, und die hatte Pfarrer Franz Kronister aus Sicherheitsgründen auf den Kirchenplatz verlegt.

Denn mit der Corona-Krise kommt auch das pfarrliche Leben in den Gemeinden im Bezirk zum Stillstand. „Alle Veranstaltungen im Pfarrheim sind laut Diözesanverordnung abgesagt“, bestätigt der Purgstaller Pfarrer Franz Kronister. „Sonntags- und Wochentagsmessen, Wortgottesfeiern sowie Kreuzwegandachten sind seit Montag bis vorläufig 3. April ausgesetzt. Trauungen und Tauffeiern müssen verschoben werden.“

Begräbnisse nur im engsten Kreis

Verabschiedungen von Verstorbenen dürfen nur noch im Rahmen einer Feier auf dem Friedhof und im engsten Kreis stattfinden. „Das Requiem darf erst nach Aufhebung sämtlicher Präventionsmaßnahmen gegen das Corona-Virus gefeiert werden“, erklärt Pfarrer Kronister. Besuche für Geburtstagsgratulationen oder Krankenbesuche wird Pfarrer Kronister bis auf Weiteres einstellen. „Wir müssen jetzt den Kontakt vermeiden, um einander zu helfen und aufeinander Rücksicht zu nehmen“, erklärt Kronister.

Wo die Pfarrkirche als Ort der Versammlung ausfalle, werde die Hauskirche umso wichtiger, hebt der Priester hervor: „Setzt euch zuhause bewusst zusammen zum Gebet, Lieder singen, Bibel lesen.“ Hilfen zum Gebet gebe es im Gotteslob oder auch im Internet. „Das persönliche Gebet zu Hause und das Gebet in der Familie möge gerade in dieser schwierigen Zeit bewusst gefördert werden“, sagt Kronister und verweist auch auf die Gottesdienste in Radio oder Fernsehen.

Abstand halten war auch bei den letzten beiden Sonntagsmessen auf dem Kirchenplatz angesagt – keine Handkommunion, kein Friedensgruß, keine Sitzgelegenheiten. Statt der Kommunion beschränkte sich Pfarrer Franz Kronister auf eine eucharistische Verehrung. Und gab den Anwesenden ermutigende Worte mit auf den Weg. „Ob wir uns jetzt zu Ostern wiedersehen oder danach – es wird wie ein Osterfest sein – ein Fest der Auferstehung und des Lebens.“