E-Demokratie: 900 Bürger stimmten bei Heubrücke mit. Zwei Wochen lang konnten die Scheibbser mittels virtueller Realität aus drei Varianten der neuen Heubrücke ihren Favoriten auswählen. Über 900 nahmen das Angebot an.

Von Claudia Christ. Erstellt am 24. Dezember 2019 (03:43)
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Bei der Abschlussveranstaltung im Rathaus (von links): Landtagsabgeordneter Anton Erber, Sopranistin Neivi Martinez, sie gab nach der Präsentation gemeinsam mit Matthias Lichtenthaler vom BRZ ein kleines Konzert, Konrad Gill, Bürgermeister Franz Aigner und Architekt Joseph Hofmarcher.
Claudia Christ

Die Stadtgemeinde Scheibbs sorgt derzeit mit einer österreichweiten Innovation für Aufsehen. Denn mit Hilfe des Bundesrechnungszentrums und neuester Technologien konnten sie über ihr favorisiertes Modell der geplanten Heubrücke mitbestimmen.

Mittels VR-Brille war die Abstimmung über die Brückenvarianten zwei Wochen lang im Rathaus möglich.
Claudia Christ

Über 900 Bürger nahmen daran teil. Das berichtete VP-Bürgermeister Franz Aigner am Donnerstagabend bei der offiziellen Abschlussveranstaltung im Rathaus. „Es freut mich, dass auch so viele ältere Menschen, aber auch viele Jugendliche mitgemacht haben. Von den 900 Teilnehmern stimmten rund ein Drittel im Rathaus ab, der Rest mittels Token online zuhause vom Sofa aus“, informiert er. Insgesamt 4.500 Briefe wurden vorab an die Scheibbser geschickt, um diese aufzurufen, bei dieser österreichweiten, erstmaligen Abstimmung mitzumachen.

Mittels VR-Brille war es möglich, die Brücke quasi vor dem Bau virtuell zu begehen und zwischen den drei verschiedenen Geländervarianten zu gustieren. Für die unterschiedlichen Formgebungen der Brücke zeichnet sich Architekt Joseph Hofmarcher verantwortlich. „Alle drei Geländevarianten bestehen aus rostigem Eisen und sind so Symbol für die Region Eisenstraße.“

e-Abstimmung und virtuelle Welt vereint

Für die ausgereifte Softwarelösung, ohne die eine sichere und einfache Abstimmung nicht möglich gewesen wäre, zeigte sich das Bundesrechnungszentrum verantwortlich. „Dabei ist es uns wichtig, dass wir keinen außen vor lassen, alle sollen mitmachen können“, betont Matthias Lichtenthaler vom Bundesrechnungszentrum. Er hat mit seinem Team die virtuelle Gemeinde „Kettenbruck“ erschaffen.

„Nun wollen wir diese Dinge im wahren Leben ausprobieren. Scheibbs als unsere erste Patengemeinde hat hier einen ersten Meilenstein in diese Richtung gesetzt“, freut sich Lichtenthaler, und gibt gleichzeitig einen Ausblick auf weitere Möglichkeiten die E-Partizipationslösung sinnvoll nutzen zu können. „Der nächste Schritt ist für uns diese Digitalisierung auch im Tourismus oder bei Grundbuchangelegenheiten einzusetzen“, betont er.

Bei dem Pilotprojekt in Scheibbs, hinter dem auch jede Menge technisches Know-How steckt, in Scheibbs konnte der Verantwortliche Konrad Gill mit seiner Firma schlussendlich ein sehr positives Resümee ziehen. „Das Vorstellungsvermögen der Bürger wurde dadurch immens gestärkt, ebenso überzeugte der einfache Abstimmungsprozess.“

Welches Brückenmodell nun tatsächlich realisiert wird, das wird im Jänner der Öffentlichkeit präsentiert.